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Konferenzen ohne MCU


Punkt-zu-Punkt-Verbindung

Mit dem Ausdruck Punkt-zu-Punkt-Verbindung (P2P) wird im Bereich der Videokonferenzen eine Konferenz mit zwei Geräten genannt. Diese Systeme müssen beidseitig dasselbe Protokoll beherrschen. Diese Voraussetzung erfüllen die ITU-Standards H.323 oder auch H.320. Das sind im allgemeinen alle VC-Geräte der Firmen Cisco, Polycom, LifeSize, Tandberg oder auch Sony.

Wenn an beiden Endpunkten dieselben Systeme, Geräte oder Software benutzt werden, kann problemlos eine P2P-Verbindung hergestellt werden. Hier kann allerdings auch ein proprietäres Protokoll zum Einsatz kommen, welches nicht mit dem Dienst DFNVideoConference kompatibel ist.

Diese Verbindungen benötigen im Bereich des DFN immer nur die IP-Adresse der Gegenstelle. Man wählt in seinem Endgerät diese IP-Adresse und die Verbindung wird hergestellt. Dabei empfiehlt es sich, einen eventuell eingetragenen Gatekeeper zu deaktivieren.

Auch wenn für das Herstellen einer P2P-Verbindung die Infrastruktur des Dienstes DFNVideoConference nicht notwendig ist, empfehlen wir trotzdem die Einbeziehung der Multipoint Control Unit (MCU).

Es bringt zwei Vorteile:

Verbindungen mit Nichtnutzern des Dienstes DFNVideoConference

Bei Verbindungen mit Partnern, welche nicht den Dienst DFNVideoConference nutzen, gilt es drei Fälle zu unterscheiden:
    (1) inländische Einrichtungen ohne Zugang zum Wissenschaftsnetz (z.B: Firmen, Mitglieder des DFN-Vereins ohne X-WiN-Anschluss)
    (2) ausländische Einrichtungen ohne Nutzung des Global Dial Schemes (GDS)
    (3) ausländische Einrichtungen mit Nutzung des Global Dial Schemes (GDS)

Im Fall (1) und (2) werden als Alternative sehr oft die Verwendung von Skype, GoogleTalk, WebEx oder ähnlichen Produkten gewünscht.

Für diese Systeme leistet der DFN-Verein keinen Support. Deren Verwendung ist teilweise auch an deutschen universitären Einrichtungen aus Sicherheitsgründen verboten oder nur sehr eingeschränkt zugelassen.

Falls eine Videokonferenz mit einer solchen Gegenstelle notwendig wird, empfiehlt sich die Verwendung eines frei verfügbaren, aber trotzdem ITU-standardkonformen Clients. Eine detaillierte Anleitung zur Installation und Einrichtung eines solchen Programmes findet sich hier.

Als Alternative kann auch die gemeinsame Verwendung des Webkonferenzdienstes mittels Adobe Connect in Betracht gezogen werden.

Im Fall (3) sollte sich problemlos eine Verbindung herstellen lassen. Der Dienst DFNVideoConference basiert auf dem GDS und ist damit in die internationale Gatekeeper-Struktur eingebunden. Die Rufnummern der Partner ähneln sehr unseren nationalen Videokonferenznummern. Auch die Verwendung der IP-Adresse als Rufnummer ist hier problemlos möglich. Allerdings müssen immer im H.323-Bereich die eventuell vorhandenen Firewalls beachtet werden.