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Polycom HDX 9004 - Konfiguration

Die HDX 9004 ist ein Videokonferenzsystem der Firma Polycom. Die folgende Beschreibung bezieht sich auf den Release 1.0.1.-273 der Systemsoftware.

Die Menüführung des Gerätes ist sehr komplex und umfangreich, gleichzeitig aber auch selbsterklärend und ermöglicht so eine intuitive Konfiguration. Es gibt keinerlei große Veränderungen zu anderen Geräten aus dem Hause Polycom. Ferner ist auch eine Konfiguration per Web-Interface möglich, soll hier aber vorerst in den Hintergrund treten.

Nach erfolgreicher Inbetriebnahme der HDX müssen zum Betrieb des Dienstes DFNVideoConference noch einige Einstellungen vorgenommen werden. Dabei soll Ihnen diese Seite helfen. Sie finden hier Hinweise zu den Punkten:

Nach dem Einschalten des Gerätes erscheint folgender Bildschirm:

Konfiguration vPoint HD 1.Bildschirm

Durch Betätigung des Home-Buttons auf der Fernbedienung wird man in Folgendes Menü geleitet (da die Option "Manueller Anruf" ausgewählt ist, erkennbar an der gelben Hinterlegung, kann man auch alternativ mit OK bestätigen, um in das Anruf-Menü zu gelangen):

Hier finden sich nun die Eingabemaske für einen Anruf inklusive Anrufqualität und Anwahlpräfix, das Verzeichnis, in dem wie in einem Telefonbuch Kontakte abgelegt werden können, die Option "Letzte Anrufe", wo alle empfangenen und geführten Anrufe gelistet sind sowie die Mehrpunktoption, falls eine Multisite-Konferenz geführt werden soll (mittels der integrierten MCU).

Um nun von hier in die Systemeinstellungen zu gelangen, gibt es zwei Möglichkeiten: entweder man geht über die Option "System", oder man betätigt den Info-Button der Fernbedienung. Im letzteren Fall erscheint erst die folgende Meldung, in der dann die Option "System" aktivert werden kann:

In beiden Fällen gelangt man nun in das Systemmenü. Hier finden sich die Optionen "Admin-Einstellungen", "Diagnose", "System-Info", "Dienstprogramme" und "Benutzereinstellungen". Die wichtigsten Konfigurationsoptionen finden sich natürlich im Administratorbereich. Deshalb ist dieser auch kennwortgeschützt.

Administratorbereich

Wurde das alphanumerische Kennwort korrekt eingegeben, erschließt sich eine Fülle von Optionen. Neben allgemeinen Einstellmöglichkeiten finden sich hier sämtliche Netzwerkoptionen, die Audio- und Videokonfiguration und verschiedene globale Services.

1. Allgemeine Einstellungen

Unter den "Allgemeinen Einstellungen" finden sich Systemeinstellungen, Optionen für die Startseite, die Sicherheitskonfiguration, Standortoptionen, die Konfiguration der seriellen Schnittstelle und weitere Optionen.

In den Systemeinstellungen befinden sich die Einstellungen für Anrufe, das Verzeichnis sowie die Konfiguration der Fernbedienung.


In den Einstellungen für die Startseite kann man auf vier verschiedenen Optionsblättern das Aussehen und Verhalten ebendieser festlegen. Dazu sind am unteren Rand die Buttons zum Vor- und Rückwärtsblättern und am oberen Rand die aktuelle Seite. Dieses System zieht sich durch die gesamte Menüstruktur der HDX 9004.

In den Sicherheitseinstellungen kann man auf zwei Seiten festlegen, welche Verschlüsselung verwendet werden soll, ob per Webinterface auf das System zugegriffen werden darf, ob dabei die Bildschirme sichtbar sind und die dazu nötigen Kennwörter.

Die Standortoptionen dienen dazu, das System mit den lokalen Daten zu programmieren. Neben Ort und dazugehörigen Vorwahloptionen finden sich hier auch die Einstellmöglichkeiten für Datum und Uhrzeit sowie die Zeitzone des Standortes.


Im Menü für die serielle Schnittstelle kann man verschiedene Einstellungen vornehmen, um beispielsweise die Datenrate des Anschlusses festzulegen und den individuellen Bedürfnissen anzupassen.

Abschließend findet man noch ein Optionsmenü, in dem per Schlüsseleingabe neue Features des Systems freigeschaltet werden können.

2. Netzwerk

Im Netzwerkmenü findet man Optionen für IP, für Telefonie, die Anrufeinstellungen und eine Liste der letzten Anrufe.

Im IP-Bereich befinden sich alle nötigen Einstellungsmöglichkeiten für H.323, SIP, die Servicequalität und auch möglicherweise vorhandene Firewalls.

In den H.323-Einstellungen finden sich alle Optionen, die für den reibungslosen Konferenzbetrieb nötig sind. Man kann hier den Namen des Gerätes einstellen (sowohl den H.323-Namen als auch den E.164-Namen), die Einstellungen für Gatekeeper festlegen und die Einstellungen für das Gateway festlegen.



Unter SIP-Einstellungen findet man alle nötigen Optionen für eine Telefonkonferenz über SIP.

In den Servicequalitätseinstellungen finden sich Einstellmöglichkeiten für vordefinierte Qualitätsparameter und die Standardverbindungsbandbreite.

Weiterhin gibt es die Möglichkeit, eine Firewall zu umgehen, indem im Firewall-Menü entsprechende Ports festgelegt werden.

Im Telefonie-Menü finden sich die Optionen für das Telefonsystem (Vorwahl für Amtsleitung, eigene Telefonnummern...).

In den Anrufeinstellungen kann man alle Eigenschaften bezüglich eingehender und abgehender Anrufe konfigurieren. Hier können die Konferenzstandards (z.B. H.323) und Datenstandards (H.239) sowie weitere Verbindungsoptionen aktiviert werden, die bevorzugte Anwahlmethode mit entsprechender Bandbreite voreingestellt werden und alle verfügbaren Anrufgeschwindigkeiten festgelegt werden.


Unter "Letzte Anrufe" findet sich ähnlich der Option auf der Startseite eine Liste der zuletzt geführten Gespräche, um ein einfacheres Wiederfinden zu ermöglichen.

3. Monitore

Alle Einstellmöglichkeiten bezüglich der angeschlossenen Darstellungsmedien befinden sich im Menü Monitore des Administratorbereiches. Das Menü unterscheidet dabei zwischen den Monitoren des Systems und dem Verhalten in einer Mehrpunktkonferenz.

Auf fünf Seiten finden sich alle Einstellungen für die vier Monitorausgänge des Systems. Jeder einzelne Monitor kann individuell den eigenen Ansprüchen angepasst werden. Vorteilhaft ist, dass festgelegt werden kann, welcher Ausgang welchen Inhalt zeigt, um optimale Ergebnisse entsprechend der Raumgestaltung zu erhalten. Auch findet sich hier die Einstelloption für den Bildschirmschoner (der über das Webinterface personalisert werden kann).



Auf der Seite für Mehrpunkt-Setup finden sich einige Möglichkeiten, das Monitorverhalten bei Mehrpunktkonferenzen anzupassen.

4. Kameraeinstellungen

Hier finden sich die einzelnen Optionen für alle angschlossenen Kameras und Datenpräsentationen sowie die Kalibrierungsseite für "People on Content".

Auf sechs Seiten werden hier alle Einstellungen vorgenommen, die die angeschlossenen Kameras betreffen. Auch angeschlossene Rechner, die für Datenpräsentationen dienen sollen, werden hier definiert. Man kann den Kameras individuelle Bilder geben, um sie bedienerfreundlicher während einer Konferenz zu verwalten.

People on Content bedeutet, dass der Sprecher vor einem einfarbigen Hintergrund sitzt und die Datenpräsentation auf diesem Hintergrund aufgerechnet wird. Diese Funktionsweise ist identisch mit der Medienproduktion von beispielsweise Nachrichtensendungen, bei denen der Moderator vor eingeblendeten Bildern zu sehen ist. Man kann in diesem Menü einstellen, welche Kamera den Sprecher aufnimmt und welcher Anschluss den Content bringt sowie die Kamera kalibrieren, um den Hintergrund festzulegen (am besten eignen sich grelle Farben wie Leuchtgrün oder Blau).

Während der Konferenz kann nun dieses Feature aktiviert werden, indem man auf der Fernbedienung den Optionen-Button oberhalb der Zahlentastatur betätigt und "People on Content" bestätigt. Auf dem gleichen Wege ist es auch wieder deaktivierbar.

5. Audio

Fünf Seiten Audiosetup dienen der Regelung der Lautstärke der einzelnen Tonsignale, der Toneffekte, der Mikrofonsteuerung, usw. Alle Audioeingänge können konfiguriert werden, die Pegel kontrolliert werden. Die Audioausgänge können ebenso konfiguriert werden.



6. LAN-Eigenschaften

Man gibt hier an, ob das System eine IP-Adresse automatisch beziehen soll beziehungsweise welche IP das System verwendet. Daneben ist hier auch die Konfiguration der DNS-Server und des Gateway sowie die entsprechende Subnetzmaske und die Eigenschaften des LAN.

7. Globale Services

Neben den Verzeichnis-Servern und SNMP-Eigenschaften finden sich hier Funkionalitäten zu Management-Servern und Kontenüberprüfung sowie die Möglichkeit, eigene Daten anzugeben.



Diagnose

1. Systemstatus

Im Systemstatusfenster finden sich Informationen zum aktuellen Status des Systems.

2. Anrufstatistik

Die Anrufstatistik gibt Auskunft über den Status der aktuell laufenden Konferenz. Dabei erfährt man den benutzten Videostandard, die Bandbreiten, Framerate, Informationen zum Datenkanal H.239 usw.

Diese Statistik ist während der Konferenz auch durch zweimaliges Betätigen des Info-Buttons der Fernbedienung erreichbar.

3. Netzwerkdiagnose

Drei simple, aber dennoch ungemein hilfreiche Funktionen, die sonst immer von einem separaten Rechner ausgeführt werden mussten: eine lokale Schleife prüft, ob das Gerät sich selbst rufen kann, der Befehl Ping sendet Testpakete an die angegebene Adresse und überprüft, ob das angepingte Gerät konferenztauglich ist und "Anrufstrecke verfolgen" verfolgt den Weg des Rufes entlang der verschiedenen Netzknoten zur angegebenen Adresse. Dieser Befehl entspricht weitestgehend dem Befehl "traceroute" ("tracert" unter Windows). So können Netzprobleme entlang der Rufstrecke entdeckt werden.

4. Videodiagnose

Eine einfache Funktion zum Testen des angeschlossenen Bildschirmes.

5. Audiodiagnose

Hier finden sich zwei Testfunktionen: man kann die Lautsprecher testen, indem ein Signalton erzeugt wird (während einer Konferenz hört auch die Gegenstelle den Ton) und man kann die Pegel der angeschlosssenen Geräte messen.

6. System zurücksetzen

Per Bestätigung kann das System hier zurückgesetzt werden.

Systeminfo

Ein Fenster mit unterschiedlichen Informationen über das System.

Dienstprogramme

Unter Dienstprogramme findet sich eine Kalenderfunktion, mit deren Hilfe man verschiedene Termine verwalten kann.

Benutzereinstellungen

Im letzten Menüpunkt kann man abschließend noch einige Benutzereinstellungen vornehmen. So finden sich hier die Gegenlicht-Kompensation, die Kamerafernsteuerungsaktivierung und verschiedene andere Optionen. Die Doppelmonitor-Emulierung heißt nicht viel mehr als die Darstellung verschiedener Videofenster auf einem Monitor. Dabei kann während der Konferenz zwischen diversen Layoutmöglichkeiten gewechselt werden.

In den Benutzereinstellungen kann man auch festlegen, ob die Videobilder über das Webinterface sichtbar sein sollen.