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Testbericht TANDBERG 3000 MXP

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Allgemein

TANDBERG 3000 MXP

Zeitraum: Oktober 2004

SW-Version: F1.2 PAL

Die TANDBERG 3000 MXP ist ein Raumsystem der oberen Mittelklasse, welches für "Medium Meeting Rooms" konzipiert ist (Bild). Das Gerät ermöglicht Videokonferenzen über ISDN bis 512 Kbps und im LAN bis 2 Mbps. Die Tests fanden mit der Softwareversion F1.2 PAL statt (im Oktober 2004 wurde auch die Version F 1.3 freigegeben).

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Installation und Bedienung

Zum Lieferumfang der Basisausstattung gehören neben der Kamera, zwei Monitore, Mikrofon, Fernbedienung, das Rack mit dem Codec und alle notwendigen Kabel. Das Gerät ist damit für Bandbreiten bis 384 Kbps ausgerüstet. Für die o.g. höheren Bandbreiten ist ein Aufpreis zu entrichten. Das gilt auch für Mehrpunktfunktionalität und den Presenter ( DuoVideo und die PC-Anschlussmöglichkeit). Leider lag unserer Teststellung kein Handbuch oder eine Kurzreferenz bei, auf der Tandberg-Homepage ist aber ein Manual verfügbar. Der Codec ist so im Rack angeschraubt, dass die Anschlussseite von vorn nicht sichtbar ist. Das ist gut für die Optik aber für die erste Inbetriebnahme hinderlich. Die Situation entspannt sich auch, wenn man erkannt hat, dass die Rückwand des Racks geöffnet werden kann. Die Rückwand wird mit kräftigen Magneten gehalten!

Die Fernbedienung enthält auch eine Punkt-Stern-Taste. Bei der Eingabe einer IP-Adresse braucht man nicht explizit in den Punkt-Modus umstellen, denn die „* “-Korrektur in der IP-Adresse erfolgt automatisch.
Als nützliches Feature ist zu erwähnen, dass die Eingabe des Wählstrings durch eine Automatikstimme begleitet wird. Eingabefehler werden somit unmittelbar erkannt.
Das vorhandene PIP-Bild kann in die vier Bildschirmecken umpositioniert werden, indem die PIP-Taste wiederholt gedrückt wird; dies funktioniert nur kurze Zeit (ca. 4 sec), solange das PIP-Bild einen gelben Rand hat. Sobald das PIP-Bild einen blauen Rand hat, wird per PIP-Taste das PIP-Bild aus- und eingeschaltet.

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Test

Die Nutzung der TANDBERG 3000 ist aufgrund der durchdachten Benutzerführung in Kopplung mit der farblichen Gestaltung und klaren Gliederung der Fernbedienung sehr einfach und intuitiv durchführbar.

Besonders gelungen ist die Möglichkeit, die Menüs halbtransparent über das aktuelle Videobild zu legen und damit während der Konferenz Statusabfragen vornehmen oder Einstellungen ändern zu können.

Der Verbindungsaufbau erfolgt sehr schnell. Die Verbindungen mit Settop-Systemen wie VCON MC9000 und Polycom VSX7000 waren unproblematisch und zufriedenstellend. Das System Polycom ViewStation 512 konnte im Test nicht per IP-Adresse gerufen werden.
In Konferenzen mit Desktop-Systemen traten teilweise größere Probleme mit dem Videobild auf. Blockbildung wurde an der Tandberg 3000 im Zusammenwirken mit ViaVideo II und VigoPro sowie bei schnellem Bewegtbild an der Escort 25 festgestellt. An den Endgeräten eConf pro/ eConf standard konnte kein Bild empfangen werden, an der Tandberg 3000 war die Videoqualität auch nur mäßig. Im Zusammenwirken mit NetMeeting gab es keinen Audio-/ Videoempfang bei NetMeeting und Blockbildung an der Tandberg 3000.

Die Zusammenarbeit mit der DFN-MCU (RADVision MCU-100, SW 3.2.38) war weitgehend problemlos und qualitätsmäßig überzeugend. Allerdings ließ sich das Gerät VCON Escort25 nicht einladen.

Der Test einer 2 Mbps-Verbindung brachte zwar eine sehr hochwertige Videoqualität, aber Fernsehqualität war es noch nicht. Dieses war besonders bei Schwenkbewegungen der Kamera zu bemerken, welche doch noch einige Unschärfen mit sich brachten. Als Videoformat war CIF am besten geeignet, eine Übertragung mit 4CIF hatte qualitätsmäßige Einschränkungen bei Bewegungen zur Folge.

Negativ ist die eingeschränkte Rufnummernlänge der Software. Die Eingabe wird nur bis 28 Zeichen fehlerfrei übertragen. Schon beim Einladen eines Partners in eine MCU-Konferenz nach der neuen DFN-Namenskonvention muss man sparen (z.B. nur einstellige Ergänzung des Konferenztyps und ohne Passwort arbeiten).

Eine fehlerhafte Arbeitsweise wurde bei der Steuerung der far-end-Kamera festgestellt. Nach Rufende wird dieser Steuermodus nicht beendet und ist im nächsten Ruf wieder aktiv.

Besonders benutzerfreundlich ist direkte Präsentation des Windows-Desktops, von Dateiinhalten eines unmittelbar angeschlossenen Laptops, aus dem lokalen Netz, dem Internet oder von einer Dokumentenkamera. Der zu präsentierende PC wird dazu direkt mit dem Codec verbunden.

Das Gerät ist mit einer internen MCU ausgestattet, worüber bis sechs Teilnehmer verbunden werden können.

Der remote-Zugriff auf das System per WWW ist im uneingeschränkten Funktionsumfang nur per MS Internet Explorer möglich. Durch Nutzung des https-Protokolls wird aber auch bei Fernzugriff erhöhte Sicherheit gewährleistet.

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Fazit

Die TANDBERG 3000 ist ein überzeugendes Produkt, welches an die High-End-Klasse heran reicht und auch dementsprechend kostet. Es ist vorwiegend zur Ausstattung mittlerer Konferenzräume gedacht und dafür bestens geeignet.

Dokumentation

Hersteller: TANDBERG
Distributor: MVC, FARONETICS

Unterstützte Standards H.320, H.323
Audiokodierungen G.711, G.722, G.722.1, G.728, MPEG4 AAC-LD (20 kHz Audio)
Videokomprimierung H.261, H.263, H.263+, H263++, H264
Videoeingänge Kamera,
Dokumentenkamera,
S-Video,
Composite,
1 DVI/SXGA (1280 x 1024)
Videoausgänge 1 Monitorausgänge (MiniDin, S-Video);
2 Ausgänge für Haupt und Dualmonitor (RCA/composite)
1 DVIXGA (640x480 bis 1024x768)
Bandbreite IP: max. 2 Mbps; ISDN: max. 512 Kbps

Wir danken der Firma TANDBERG für die Teststellung.

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