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Testbericht VCON HD 5000

PDF-Version (druckoptimiert)

Allgemein

Zeitraum: Dezember 2004

SW-Version: 3.1.06

Das Videokonferenzsystem HD 5000 ist ein Raumsystem, welches auf einem Windows XP-Rechner basiert. Es ermöglicht mit ISDN Videokonferenzen bis 384 kbps und im LAN-Bereich bis 4 Mbps. Der Standard H.264 wird im IP-Modus bis zu einer Bandbreite von 1 Mbps unterstützt.

Das System wird in verschiedenen Varianten angeboten. Mit der HD 5000 sind nur Konferenzen im LAN-Bereich möglich, mit der HD 5000i daneben auch noch im ISDN-Bereich. Die HD 5000d verfügt zusätzlich noch über einen sogenannten Tablepod, welches für das schnelle und unkomplizierte Übertragen von Daten eines Laptops oder USB-Sticks verwendet werden kann. In der Version HD5500 sind alle vorgenannten Optionen und noch 3 Lautsprecher im Lieferumfang enthalten.

Die Ausgabe kann sowohl über ein 4:3-, aber auch ein 16:9-Display erfolgen. Die Darstellung wird dann den jeweiligen Ausgabemöglichkeiten angepaßt, so daß immer eine optimale Nutzung gewährleistet wird.

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Installation

Der Nutzer braucht keine Installation durchzuführen, da die HD 5000 ein PC mit dazu passender Videokonferenzsoftware ist, welcher vorinstalliert geliefert wird. Die möglichen Komponenten im Audio- und Videobereich sind sehr in ihrer Auswahl eingeschränkt, da die Software auf bestimmte Produkte abgestimmt wurde. Für eventuelle Notfälle wird eine Recovery-CD mitgeliefert, welche das Betriebssystem und VC-Software als Backup beinhaltet. Diese CD installiert sich bei Bedarf weitgehend automatisiert.

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Test

Nach dem ersten Start müssen noch die individuellen Einstellungen vorgenommen werden, wobei der Nutzer weitgehend auf Sonderzeichen verzichten sollte, weil er zwar eine Tastatur mit deutschem Layout aber ein englisches Windows erhält.

Desweiteren sollte als erstes der standardmäßig als einziger Nutzer vorhandene "Administrator" ein Paßwort erhalten und daneben mindestens ein zweiter Nutzer, oder noch besser gleich zwei weitere Nutzer angelegt werden. Da der zweite Nutzer auf Grund der Microsoft-Philosophie auch Administratorrechte erhält, empfehlen wir einen dritten Nutzer mit eingeschränkten Rechten anzulegen, der dann für die tägliche Arbeit genutzt werden sollte. Diese Variante bringt keine Nachteile mit sich, das System arbeitet trotzdem zuverlässig.

Gleichfalls raten wir dringend dazu, auf dem PC ein Virenschutzprogramm zu installieren, da er ansonsten völlig ungeschützt im Netz ist.

Die Oberfläche der Software hat das Aussehen von "Media Connect", ist aber völlig neu programmiert und greift nicht auf die Quellen jenes Programmes zurück. Die Bedienung ist intuitiv und sofort möglich. Bis auf wenige Kleinigkeiten hinterläßt die Software auch einen ausgereiften Eindruck. So blendet das Menü [Konfiguration] nach jedem Aufruf die Meldung "Konfiguration geändert" ein, auch wenn gar nichts geändert wurde!

Die größte Änderung gegenüber den Vorgängerversionen ist der Wegfall von T.120. Diese Möglichkeit der Zusammenarbeit ist als standardkonforme Variante überhaupt nicht mehr vorgesehen. Statt dessen ist für das Übertragen von Dokumenten jetzt eine eigene Lösung geschaffen worden. Diese Lösung heißt HD Dual Stream und soll nach Herstellerangaben auch mit TANDBERGs Duo Video zusammenarbeiten, was wir aber leider mangels Gerät von dieser Firma nicht testen konnten.

Bei Benutzung dieser Option wird die Anwendung des freigebenden Rechners vollständig übertragen. Wenn der Empfänger ebenfalls ein kompatibles Gerät benutzt, ist bei diesem der empfangene Bildschirm an Stelle des Videobildes zu sehen und an Stelle des Eigenbildes das empfangene Videobild. Diese Lösung ist qualitativ nicht befriedigend und im täglichen Einsatz wenig zu empfehlen. Nur wenn die Gegenstelle über ein System verfügt, mit dem beide Seiten XGA zur Datenübertragung nutzen können, ist die Qualität sehr gut. Völlig ungeeignet ist es aber z.B. in Verbindungen mit Desktop-Systemen anderer Hersteller.

Obwohl das Video der Gegenstelle sehr klein gezoomt werden kann, ist während der Datenübertragung ein völliges Wegblenden nicht möglich, so daß es immer einen Teil der zu übertragenden Datenanwendung überdeckt.

Die Qualität der Audio- und Videoverbindungen war insgesamt immer gut bis sehr gut, auch wenn der Verbindungsaufbau manchmal sehr lange dauerte (bis zu 14 Sekunden).

Das Einspielen des Systembackups verläuft zwar nicht kompliziert, aber auch nicht so leicht wie erwartet. Als erstes nach einem Backup müssen noch verschiedene Einstellungen im Betriebssystem vorgenommen werden und vor allem muß Windows erneut registriert werden, bevor einen Nutzung wieder möglich wird. Danach läuft aber alles wieder wie gewohnt.

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Fazit

Das System HD 5000 ist ein Raumsystem, welches für die Nutzung im Audio- und Videobereich empfohlen werden kann. Alle größeren auftretenden Probleme sind auf das zugrunde liegende Betriebssystem und seine Schwachstellen zurückzuführen. Vielleicht ist hier eine kundenorierentierte Lösung des Herstellers möglich. Wenig erfreulich ist die fehlende T.120-Komponente, welche die Nutzungsmöglichkeiten hinsichtlich "Cooperative work" sehr einschränkt.

Dokumentation

Hersteller: VCON
Distributor: Pan Dacom

Unterstützte Standards H.320, H.323
Audiokodierungen G.711, G.722, G.723.1, G.728
Videokomprimierung H.261, H.263, H.264 (bis 1 Mbps; nur IP)

Wir danken den Firmen VCON und Pan Dacom für die Teststellung.

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