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Testbericht daViKo

PDF-Version (druckoptimiert)

Allgemein

Zeitraum: März 2003

SW-Version: 2.2.4.

Das Programm daViKo der gleichnamigen Berliner Firma (vormals daViCo) ist ein Desktop-System. Es basiert auf einem proprietären Protokoll, welches Mehrpunktkonferenzen ohne MCU ermöglicht.

DaViKo kann an die vorhandene Bandbreite, die gewünschte Videoqualität, die verfügbare Rechenleistung und an die Anzahl von Teilnehmern angepasst werden. Eine Konferenzsitzung kann aufgezeichnet werden, um sie zu archivieren und später wieder abzurufen. Application Sharing ist ebenfalls möglich.

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Installation

Die Angaben zu den Gerätevoraussetzungen differieren auf der Homepage ( mind. Pentium II 266 und 64 MB RAM) und im Handbuch (mind. 700MHz und 128 MB RAM) doch erheblich. Bei uns lief es auf verschiedenen PCs, welche alle über mindestens 500 MHz und 128 MB RAM verfügen.

Daneben werden eine Grafikkarte mit guter 2D Beschleunigung und mindestens 16 MB, eine 16 bit Soundkarte, ein Headset (z.B. Plantronics LS1) , eine USB Kamera (z.B. Philips Vesta Pro) oder eine Video Kamera über Video Overlay Card zusammen mit einer Framegrabberkarte (z.B. Win TV, Osprey 100 u.a.) und Microsoft DirectX 8.1 empfohlen. Es werden keine DV-Kameras über Firewire unterstützt.

Die Installation verlief ohne Probleme. Obwohl die Firma selbst Windows 2000 als Betriebssystem favorisiert, lief es im Test auch unter Win98, WinNT und WinXP.

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Test

Die Bedienung des Programmes ist intuitiv gut.

Die Audiodaten werden mit einem MP3 Algorithmus auf 32 kbits/s komprimiert. Dieser Datenstrom wird ständig an die benötigte und verfügbare Bandbreite angepaßt. Unangenehm fiel das ständige Grundrauschen auf, welches sich auch nicht abstellen ließ.

Das Bild hat gute Qualität, die Videogröße ist dabei einstellbar von 128x96 bis 640x480 Pixel.

Beim Application-Sharing gibt es einige Merkwürdigkeiten. Ein Teilnehmer kann unbewußt -ohne es zu sehen- eine Anwendung remote steuern, wenn diese genau an der Stelle auf dem Bildschirm platziert ist, wo auch die freigebene Anwendung steht, aber vom dortigen Anwender die zweite andere Anwendung darüber aktiviert (in den Vordergrund geholt) wurde.

Ein einzelnes gezieltes Freigeben einer Anwendung ist nicht möglich. Es kann nur für alle freigegebenen Anwendungen zusammen die Fernsteuerung ermöglicht werden (also nicht nur für eine einzelne Anwendung, auch wenn im Fenster "Applicationsharing" bei [windows you are sharing] nur eine Anwendung markiert wurde). Wenn eine Anwender eine Applikation frei gibt, jedoch [allow control] nicht markiert, kann der Konferenzpartner trotzdem die Steuerung übernehmen (mit Winzip und WinWord getestet).

Das Aussehen des Cursors ändert sich bei der freigebenden Seite nicht, wenn ein anderer Teilnehmer die Steuerung übernimmt.

Eine Kamerafernsteuerung ist nicht möglich. Ebenso werden Verbindungen mit H.323-Geräten nicht unterstützt. Die Einbindung einer MCU ist nicht im daViKo-Konzept vorgesehen; da ein eigenes Konzept für multipoint Konferenzen integriert ist.

In einer Mehrpunktkonferenz muß sehr genau beachtet werden, wer wen gerufen hat. Bei einem Konferenzaufbau nach dem Schema "A ruft B" und "A ruft C" wird keine zusätzliche Verbindung zwischen B und C hergestellt, d.h. wenn A auflegt, ist die Konferenz für alle beendet. Da es in einer größeren Konferenz schwer ist, sich zu merken, wer wen gerufen hat, empfehlen wir, daß ein Teilnehmer alle anderen einlädt und dieser dann auch zentral die Konferenz schließt.

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Fazit

DaViKo ist eine interessante Alternative zu anderen Desktopsystemen, deren größtes Manko im DFN-Umfeld im proprietären Protokoll liegt, welches nur zu sich selbst kompatibel ist.

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Dokumentation

Hersteller: Firma daViKo- Gesellschaft für digitale audiovisuelle Kommunikation mbH

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