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Testbericht vPoint HD

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Allgemein

Das Videokonferenzsystem vPoint HD ist eine softwarebasierte Lösung, welche unter den Betriebssystemen Windows XP und 2000 betriebsfähig ist. Es ermöglicht im LAN-Bereich Videokonferenzen bis 1,5 Mbps.

Es sind z.Z. drei Versionen erhältlich, welche alle mittels eines USB-Dongles vor unberechtigtem Zugriff geschützt werden. Die Standardversion umfaßt im wesentlichen nur die Software. Bei der "professional" genannten Variante werden ein Headset und eine USB-Kamera (Logitech Quick Cam) mitgeliefert. Die Version "executive" umfaßt neben einigen anderen nützlichen Hilfsmitteln eine PTZ-Kamera und ein Tischmikrofon, was sich dann aber auch im Preis widerspiegelt.

Die Hardwareanforderungen sind moderat und sollten von heutigen Rechnern alle problemlos zu erfüllen sein. Nur für die Verwendung von H.264 fordert mit einer HyperThread-fähigen CPU oder einer Intel Centrino CPU 1,2 GHz oder einen Athlon XP 2600 oder Athlon 64 2800 etwas höhere Voraussetzungen.

Im VCC wurde vPoint HD im November 2004 getestet.

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Installation

Die Installation gestaltet sich problemlos und verläuft schnell. Sie sollte als Administrator durchgeführt werden, damit das System allen Nutzern des PC zur Verfügung steht. Die einzelnen Einträge im Setup (wie z.B. die Nutzerkennung) kann jeder Nutzer individuell vornehmen (siehe auch Anleitung zur Konfiguration).

Eine eventuell vorhandene, alte Version von vPoint sollte vor der Neuinstallation entfernt werden.

Bei Verwendung der mitgelieferten Logitech Quick Cam Kamera sollte erst die Software installiert werden und danach die Kamera in Betrieb genommen werden. Bei umgekehrter Reihenfolge kommt die "Plug'n'Play"-Erkennung des Betriebssystemes völlig durcheinander, was zu nicht notwendigen Mehraufwand führt. Diese Kamera sollte unbedingt mit einem USB 2.0-Anschluß verbunden werden, da sonst der Originaltreiber der Kamera nicht verwendet wird. Der statt dessen ersatzweise eingesetzte windowseigene Treiber führt zu einer deutlich schlechteren Qualität.

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Test

Nach dem Setup und ersten Start der vPoint HD sollte die Nutzeroberfläche unter [Allgemein/Anzeigen] zu deutsch umgeschaltet werden. Danach empfiehlt sich die Änderung der standardmäßig eingestellten Bandbreite von 256 kbps. Diese ist der Standard bei H.264. Bei Aushandlung eines anderen Videomodi allerdings gibt es qualitativ deutlich günstigere Bandbreiten (bis 1536 kbps ansonsten möglich). Und falls doch H.264 eingesetzt wird, regeln die beteiligten Geräte die Bandbreite sowieso wieder auf 256 kbps für ihre Verbindung.

Im Dialog [Netzwerk/Verzeichnis] sollte der standardmäßig vorhandene Haken zur Anmeldung am Online-Verzeichnis (= IL-Server) entfernt werden. Die Gründe sind in unserer Konfigurationsanleitung dargelegt.

Die Bildschirmansicht kann in verschiedene Modi umgeschaltet werden, welche sich teilweise sehr stark an das "look and feel" von Windows anlehnen.

Die Qualität der Videokonferenzen hängt bei diesem rein softwarebasierten Tool stärker als bei anderen Geräten von der zu Grunde liegenden Hardware und den unter dem Betriebssystem allgemein vorgenommenen Einstellungen ab. Besonders im Audiobereich wirken sich eventuelle Änderungen anderer Programme sofort auch auf vPoint HD aus.

Die größte Änderung gegenüber den Vorgängerversionen ist der Wegfall von T.120. Diese Möglichkeit der Zusammenarbeit ist als standardkonforme Variante überhaupt nicht mehr vorgesehen. Statt dessen ist für das Übertragen von Dokumenten jetzt eine eigene Lösung geschaffen worden. Bei Benutzung dieser Option wird der Desktop des freigebenden Rechners vollständig übertragen. Wenn der Empfänger ebenfalls vPoint HD benutzt, ist bei diesem der empfangene Bildschirm an Stelle des Videobildes zu sehen und an Stelle des Eigenbildes das empfangene Videobild. Diese Lösung ist qualitativ nicht befriedigend und im täglichen Einsatz wenig zu empfehlen. Etwas besser ist die Situation, wenn die Gegenseite ein größeres VCON-System (z.B. HD 5000) benutzt.

Diese Lösung heißt HD Dual Stream und soll nach Herstellerangaben auch mit TANDBERGs Duo Video zusammenarbeiten, was wir aber leider mangels Gerät von dieser Firma nicht testen konnten.

Die Zusammenarbeit mit anderen Geräten ist im allgemeinen von guter Audio- und Videoqualität gekennzeichnet. Die Einwahl zur MCU des Dienstes DFNVideoConference gelang manchmal nicht beim ersten Versuch, im zweiten klappte es dann immer. Die MCU-Konferenzen verlaufen ebenfalls in guter Qualität.

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Fazit

Das System vPoint HD ist ein softwarebasiertes VC-System, welches als Arbeitsplatzsystem für reine Video- und Audiokonferenzen empfohlen werden kann. Besonders in Zusammenarbeit mit einem gut ausgestatteten Rechner funktioniert alles sehr gut. Wenig erfreulich ist die fehlende T.120-Komponente, welche die Nutzungsmöglichkeiten hinsichtlich "Cooperative work" sehr einschränkt.

Dokumentation

Hersteller: VCON
Distributor: Pan Dacom

Unterstützte Standards H.323
Audiokodierungen G.711, G.722, G.723.1, G.728
Videokomprimierung H.261, H.263, H.264 (senden bis 256 kbps; empfangen bis 1 Mbps)

Vielen Dank an die Firmen VCON und Pan Dacom für die Unterstützung der Teststellung.

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