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Testbericht eConf

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Allgemein

Das Programm eConf wurde von der France Telecom entwickelt. Es ist ein reiner Softwareclient, basiert auf H.323 und beherrscht Application Sharing nach T.120.
eConf lag uns in der sogenannten "Studioversion" im Release 3.5.1 vor. Der Test fand im September 2003 statt.

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Installation

Die Installation verläuft zügig und problemlos, aber bis zum ersten Start der Software dauert es danach trotzdem noch etwas. Nach der ersten Installation errechnet das Programm einen Schlüssel, welcher abhängig vom benutzten System ist. Dieser Schlüssel muß zum Hersteller gesandt werden, welcher dann den eigentlichen Lizenz-Key bekannt gibt. Die Freischaltung für die Software erfolgt für jeden Nutzer einzeln. Auch wenn der Administrator den Key eingibt, schaltet er eConf nur für sich frei.

Nach dem ersten Start wird die Videokonferenz-Software mittels entsprechender Abfragedialoge konfiguriert. Audio- und Videotest sind in diesen Dialogen integriert. Die einzige Stolperstelle innerhalb der Konfiguration ist bei den Bezeichnungen gegeben. Der E.164-Alias wird hier als Telefonnummer bezeichnet, im Feld Alias wird der H.323-Name erwartet. Die Konsistenz der Bezeichnungen ist aber innerhalb des Programmes sowieso nicht vollständig gegeben.

Die SIP-Funktionalität des Programmes erfordert die Zusatzinstallation eines Plug-Ins. Bisher konnten wir aber keine Verbindung mittels dieses Protokolles herstellen, da hier noch Versionskonflikte zwischen dem Hauptprogramm und dem Plug-In vorliegen.

eConf läuft unter allen gängigen Versionen von Windows, wobei der Nutzer zwischen drei Designs wählen kann: einem herkömmlichen Aussehen, einem als "Black Stone" bezeichneten und dem "Virtual Desktop". Die beiden letzteren Designs sind insgesamt mehr an die Farbenvielfalt von Windows XP angelehnt.

eConf kann mit einer Video Capture Card oder einer USB-Kamera betrieben werden.

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Test

Die Bedienung ist einfach und intuitiv. Für fast alle Menüpunkte gibt es mehrere Möglichkeiten, diese zu erreichen.

Die Verbindungen werden in angemessener Zeit aufgebaut. eConf sendete in allen Tests immer mit H.263, aber nur in QCIF. Selbst wenn das Programm einziger Teilnehmer einer MCU-Konferenz ist, welche eigentlich CIF verlangt, sendet es QCIF. Erst wenn ein zweiter Teilnehmer die Konferenz betritt, schaltet es im laufenden Betrieb auf CIF um.

Die Qualität der Videoverbindungen konnte nur selten überzeugen, obwohl diese immer sehr stabil liefen. Bei einer Verbindung mit ViaVideo 5.1. wird kein Bild empfangen, mit ViaVideo 3.0 kommt eine Videoverbindung zustande. France Telecom gibt dafür als Grund eine falsche Deklaration des Videoformates von Seiten der ViaVideo 5.0 an. Für einen erfolgreichen Verbindungsaufbau darf der Codec H.263+ in eConf nicht aktiv werden. Dazu muß in der Registry der Schlüssel

HKeyCurrentUser\Software\France Telecom\&Conf\Player\AvancePanel = 1

gesetzt werden. Nun muß noch im Programm innerhalb der erweiterten Konfiguration die Möglichkeit H.263+ deaktiviert werden.

Es gelang uns nicht, eine Verbindung mit dem vorhandenen 4CIF aufzubauen. Wenn dieses Bildformat ausgewählt wurde, hat eConf aber immerhin CIF als Bildformat ausgewählt. Es scheint uns angesichts dessen zweifelhaft, ob die Studioversion wie vorgesehen für große Räume genutzt werden kann.

Die Audioverbindungen waren immer stabil und in zufriedenstellender Qualität, meist in G.722.

Das Starten der Datenverbindungen war ohne Probleme möglich, wenn eConf die Konferenz initiiert hatte. Wenn eConf eingeladen wurde, waren es nicht möglich, den ersten Start der T.120-Programme von eConf aus vorzunehmen. Nach einem erfolgreichen Erstaufbau durch die Gegenseite, konnten die Datenverbindungen anschliessend auch durch eConf gestartet werden. Alle getesteten Datenverbindungen waren erfolgreich. Das Starten eines Application Sharings von eConf aus ist als Menüpunkt etwas versteckt und nicht so leicht zu finden, wie alle anderen Funktionen.

Ein gleichzeitiges Nutzen der Vollbildansicht und der Datenverbindungen ist definitiv nicht möglich. Schon beim Programmstart muß sich der Nutzer entscheiden, ob er ein "Full Screen"-Video oder T.120 nutzen will.

Die Statistiken sind sehr aussagekräftig. Sie zeigen neben dem verwendeten Protokoll und der Bitrate auch die verlorengegangen Pakete und den Jitter an.

Mit der MCU wurde erfolgeich ohne Probleme eine CP-Konferenz mit 7 Teilnehmern über 40 Minuten getestet.

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Fazit

In Verbindung mit einer guten USB-Kamera ist eConf eine empfehlenswerte Alternative zu NetMeeting.

Die Kosten des Programmes liegen in der Standardversion bei 49 Euro (bis 384 kbps) und in der Version Pro bei 59 Euro (bis 768 kbps). Eine qualitativ hochwertige USB-Kamera (z.B. Logitech Quick Cam Pro 4000, Philipps PC VC 680) kostet ca. 80-90 Euro.

Dokumentation

Kurzanleitung zu eConf

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