Schriftgröße: 14 18 24 30 / Hotkeys anzeigen

Testbericht ClearOne V-There 2200

PDF-Version (druckoptimiert)

Allgemein

Zeitraum: 15.10. bis 04.11.2002

SW-Version: 1.0 Build 84

Das System V-There 2200 (Bild) ist ein Settop-System, welches Videokonferenzen über ISDN und LAN ermöglicht. Zum Lieferumfang (Bild) gehören Fernbedienung, Infrarot-Tastatur, Grenzflächenmikrofon und ein Handbuch. Im Lieferumfang fehlt allerdings ein Mono zu Stereo Adapter für den Audio-Ausgang.

zum Seitenanfang

Installation

Die Kamera besitzt keine Bodenplatte. Sie wird mit einer versenkten Kreuzschlitzschraube befestigt, besser wäre hier eine Rändelschraube. Auch scheinen die Kabel insgesamt zu wenig Zugentlastung zu besitzen. Die Kamera kann räumlich vom Codec getrennt werden.

Nach dem Zusammenbau fällt zuerst das kurz und prägnant, aber trotzdem sehr übersichtlich gestaltete Handbuch positiv auf. Dieses liegt zwar bis jetzt nur in englisch vor, aber das Gerät kann mit Hilfe dieses Handbuches sehr schnell in Betrieb genommen werden. Das einzige Problem bei der Inbetriebnahme stellt das Finden des unscheinbaren Netzschalters am Gerät dar. Dieser ist so ungünstig und versteckt angeordnet, daß wir diesen anfangs übersahen, zumal er auch noch von Kabeln verdeckt wird.

Das Gerät besitzt keinen Ausgang für VCR-Mixed-Audio. Dadurch kann nur das Audio der Gegenstelle aufgezeichnet werden.
Positiv fällt der vorhandene VGA-Ausgang auf.

Die Tastatur ist standardmäßig ein US-Tastaturlayout. Einträge mit Umlauten sind dadurch nicht möglich.

Die Reichweite der Tastatur und Fernbedienung beträgt etwa 5m, was ausreichend sein sollte. Die Tastatur und Fernbedienung besitzen farblich gekennzeichnete Bereiche, in welchen die wichtigsten für diese Aufgabe nötigen Buttons zusammengefaßt sind (z.B. "Conference Control").

zum Seitenanfang

Test

Die V-There 2200 meldet sich nach dem Einschalten mit einem gemuteten Mikrofon. Leider wird dieses mit einem durchgestrichenen Lautsprechersymbol dargestellt. Dieser Hinweis wird durch permanentes Blinken eines entsprechenden Bildes angezeigt. Nach einem Neustart des Systems läßt sich das Mikrofon erst innerhalb der ersten Konferenz einschalten, später dann zu jedem Betriebszeitpunkt.

Die Anordnung des Help-Buttons unter "Conference Control" läßt die Vermutung zu, dieser funktioniert nur in einer Konferenz, was aber nicht der Fall ist. Die Hilfe kann immer und in jedem Stadium des Betriebes aufgerufen werden. Sie ist sehr gut und beantwortet die Probleme ausreichend.

Die Farbwahl der Software ist durch die konsequent verwendete Kombination dunkelgrün/schwarz sehr anstrengend für den Nutzer. Die Hilfetexte sind dadurch schwer lesbar. Die schwarze Beschriftung der blauen Buttons in der Hilfe, welche teilweise auch noch zu schmal sind, ist ebenfalls eine ungünstige Farbkombination.

Die Einteilung der Bedienoberfläche in einen sogenannten Novizen- und Expertenmodus ist nicht vollständig gelungen. Beide Modi sind für alle Nutzer benutzbar. Der Expertenmodus läßt dabei u.a. die technischen Spezifikationen zu, welche für ungeübte Teilnehmer nicht zugänglich sein sollten. Andererseits ist der Expertenmodus für Adressbucheinträge notwendig, weil diese im Novizenmodus gänzlich unmöglich sind.

Im Novizenmodus genügt das einfache Eintippen einer Zahl, um in das Eingabefeld für die Rufnummernwahl zu gelangen, im Expertenmodus geschieht dieses durch Auswählen des entsprechenden Menüpunktes im Menü. Der Novizenmodus besitzt drei Eingabefelder für die Anwahl, durch die Eingabe in eines dieser Felder wird implizit gleich ISDN oder LAN mit gewählt. Im Expertenmodus gibt es nur ein Eingabefeld und eine Auswahlbox für die Rufart. Die erste Lösung scheint uns hier benutzerfreundlicher und für beide Modi geeignet zu sein. Zusätzlich kommt hinzu, daß im Expertenmodus bei Wahl einer MCU-Konferenz mit Dial-Out keine Eingabe eines Sternes im LAN-Modus möglich ist, sondern nur im Modus "man WAN/LAN", was durchaus nicht sofort ersichtlich ist.

Die Möglichkeit, vordefinierte Kameraeinstellungen mit Hilfe eines kleinen Vorschaubildes festzulegen, erleichtert diese Arbeit sehr und gestattet es, die 10 möglichen Presets zügig hintereinander zu speichern.

Das System V-There 2200 besitzt einen integrierten Webbrowser, mit dessen Hilfe es möglich ist, Webpräsentationen während der Konferenz zu übertragen. Diese Funktion arbeitete während unserer Tests fehlerfrei. Allerdings kann es bei der Steuerung des Webbrowsers passieren, daß der Mauscursor am oberen Bildschirmrand aus dem Bild verschwindet, was zu nicht geringer Verwirrung führt. Die vorzuführenden Präsentationen können auf einer PC-Card abgespeichert werden.

Die Zusammenarbeit mit anderen Geräten war insgesamt zufriedenstellend, die Audioverbindungen wurden oft mit G.722 hergestellt. Die Kamerafernsteuerung funktionierte problemlos mit Geräten der Firmen Polycom, TANDBERG und Sony.

Mit dem DFN-Gateway (RADVision ViaIP) konnte keine Verbindung hergestellt werden. TSC4 ist nicht im Handbuch dokumentiert.

IP-Rufe nach einer fehlgeschlagenen Gatekeeper-Anmeldung werden immer zurückgewiesen.

zum Seitenanfang

Fazit

Das System V-There 2200 ist ein technisch stabiles System, was im LAN-Bereich einen guten Eindruck hinterläßt. Bei ISDN gibt es noch einige Mängel zu beheben. Die Benutzeroberfläche sollte aber unbedingt noch einmal überarbeitet werden, da diese momentan den guten technischen Eindruck im Gesamtbild erheblich negativ überdeckt.

Dokumentation

Hersteller: ClearOne (vormals Gentner)
Distributor: MATEC

Unterstützte Standards H.320, H.323
Audiokodierungen G.711,G722,G.723,G.723.1(nur bei H.323)
Videokomprimierung H.261, (H.263: funktionierte im Test nicht)
Videoeingänge Kamera, Composite, S-Video, XGA
Videoausgänge Composite,S-Video,VGA (mit 50Hz)

Wir danken der Firma MATEC Dresden für die Teststellung.

zum Seitenanfang