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Testbericht Polycom HDX 8002 XL

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Allgemein

Polycom HDX 8002 XL

Zeitraum:

November / Dezember 2008

SW-Version:

2.0.3.1-2729

Geräteklasse:

Das Kompaktsystem HDX 8002 XL ist ein HD-fähiges Gruppensystem mit 720p (720 Zeilen in progressiver Vollbild-Darstellung) Auflösung und 30fps. Es ist für Konferenzen mit maximal 30 Personen geeignet.

Lieferumfang:

Das System wird mit Codec, Eagle Eye HD-Kamera, Mikrofon und Fernbedienung ausgeliefert. Alle notwendigen Kabel, eine grafische Dokumentation und eine CD mit Handbüchern, Datenblättern und hilfreichen Übersichten für den Nutzer sind ebenfalls vorhanden. Der Zusatz XL im Namen des Gerätes weist auf das Vorhandensein der Optionen "People+Content" und "People on Content" hin.

Bandbreiten

Das Gerät ermöglicht Videokonferenzen im LAN mit bis zu 1920 kbps und optional bei ISDN mit ISDN Quad BRI bis 512 kbps oder ISDN PRI T1 oder E1 bis 2 Mbps.

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Installation

Das Gerät verfügt über alle notwendigen Anschlüsse, welche für die Durchführung einer Videokonferenz notwendig sind. Obwohl jeweils zwei Kameraeingänge und zwei Videoausgänge vorhanden sind, kann standardmäßig nur einer genutzt werden. Der andere kann optional, zusätzlich erworben und frei geschalten werden. Dafür sind für die Präsentation von PC-Inhalten nach H.239 ein Video- und Audioeingang vorgesehen, was die Übertragung multimedialer Inhalte deutlich vereinfacht.


Die Inbetriebnahme des Gerätes erfolgt schnell und problemlos dank der gut gestalteten grafischen Übersicht, aber auch auf Grund der guten Beschriftung der Schnittstellen an der Rückseite des Codecs. Die Konfiguration gestaltet sich ebenfalls unproblematisch, da die Menüführung logisch aufgebaut und selbsterklärend ist.

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Test

Bedienung

Die Polycom HDX-Serie verfügt über eine Fernbedienung mit Minidisplay, welches sehr hilfreich bei der Benutzerführung ist. Alle wichtigen und oft benötigten Funktionen sind abgesetzt und dadurch mit einem Tastendruck verfügbar.

Die Gestaltung und Anordnung der Menüs stellen den geübten Polycom-Anwender vor keine Schwierigkeiten. Aber auch ein Erstnutzer wird sich auf Grund der klaren Struktur schnell zurecht finden.

Die Tools [Ping] und [Anrufstrecke verfolgen], welche unter [Diagnose/Netzwerk] zu finden sind, erleichtern auch ohne das Vorhandensein eines PC das Aufspüren von eventuellen Verbindungsproblemen.

Audio/Video

Ab Bandbreiten von 1 Mbps verwendet die Polycom HDX 8002 XL das HD-Videoformat 720p, bei geringeren Bandbreiten oder auch Konferenzen mit älteren SD-Geräten kommen andere, an die Verbindung angepaßte Videoformate (z.B. CIF, 4CIF) zum Einsatz.

Die Qualität aller Video- und Audioverbindungen kann mit einer Einschränkung bei allen getesteten Geräten mit sehr gut eingeschätzt werden. Einzig bei Konferenzen mit dem Gerät VCON xPoint kommt es bei der höchstmöglichen aushandelbaren Bandbreite (1920 kbps) zu Audioproblemen. Hier empfehlen wir im praktischen Einsatz eine geringere Bandbreite (768 kbps), welche dann ebenfalls eine sehr gute Audioverbindung besitzt.

In Verbindungen mit dem Softphone Mirial 6.x sollten dort die Optionen [Noise Cancelling] und [Echo Cancelling] deaktiviert werden, um bei der HDX eine optimale Audioqualität zu erreichen.

H.239

Der Empfang von Präsentationen mittels H.239 war bei der Polycom HDX immer mit XGA möglich. Die übertragenen Folien waren in der Regel ab 10 Pixel lesbar, es traten keine Farbverfälschungen auf und Störsignale wurden kompensiert. Die Umschaltzeiten lagen durchweg unter 2 Sekunden, so daß ein fast paralleler Vortrag möglich ist.

Beim Senden von Präsentationen traten an verschiedenen Gegenstellen Probleme auf. So konnten die SONY PCS-G70, die VCON vPoint HD 8.0 und die VCON xPoint keine Präsentation empfangen. Bei allen anderen Tests wurde je nach Gegenstelle mit H.263 oder H.264 gesendet. Die Gegenstellen konnten die Präsentationen ab 10 Pixel lesen, es traten keine Farbverfälschungen auf und eventuelle Störsignale wurden kompensiert. Die Umschaltzeiten lagen in praktisch akzeptablen Bereichen.

Der Empfang von Videos mittels H.239 ist stark von den technischen Voraussetzungen der Gegenstelle abhängig. Bei älteren Geräten sind oftmals die übertragenen Framerates zu niedrig, um bei der HDX ein flüssiges Video zu empfangen. Bei leistungsstärkeren Geräten (z.B. Software-Client auf einem entsprechenden PC) wird eine sehr gute Qualität im Empfang der HDX 8002 XL erreicht.

Wenn die VCON xPoint nicht direkt vom Laptop sondern über den firmeneigenen Tablepod sendet, wird ebenfalls eine spürbare Qualitätsverbesserung erzielt. Diese Möglichkeit sollte in dieser Konstellation bevorzugt eingesetzt werden.

Das Senden eines Videos war immer möglich, nur konnten verschiedene ältere Gegenstellen kein Bild empfangen. Wenn das Video empfangen wurde, dann geschah es immer in guter bis sehr guter Qualität. Durch die Möglichkeit den Audioausgang des sendenden Gerätes direkt an die HDX zu übertragen, konnte das Audio ebenfalls parallel in sehr guter Qualität übertragen werden.

Kamerafernsteuerung

Die Kamerafernsteuerung funktionierte bei Vorliegen der Voraussetzungen in allen Tests ohne Einschränkungen.

MCU

Die Zusammenarbeit mit der Codian MCU des Dienstes DFNVideoConference funktionierte problemlos bei Video mit H.264 und 720p in beiden Richtungen und beim Audio mit G.722.1C bzw. Siren 14. Die Qualität war im A/V-Bereich jeweils sehr gut.

Die Präsentation von Folien mittels H.239 funktionierte sowohl beim Senden als auch im Empfang mit hoher Qualität in XGA. Die Schrift war ab 8 Pixel lesbar, es traten keine Farbverfälschungen auf und Störsignale wurden kompensiert.

Die Übertragung eines Videos war zwar möglich, aber praktisch in keiner Richtung sinnvoll, da die verwendete Framerate von 1 fps mehr einer Slide-Show als einem flüssigen Video gleicht.

Gatekeeper

Die Zusammenarbeit mit den Gatekeepern GNU-GK 2.0.7 und CISCO MCM funktionierte ohne Einschränkungen.

Sonstiges

Nach einer entsprechenden Einstellung des Systems unter [System/Admin-Einstellungen/Netzwerk/Anrufeinstellungen] sind auch Rufe per SIP (z.B. mittels "97918168@mcu.vc.dfn.de") möglich. Es funktioniert mit der Codian-MCU des DFN aber nur mit einer maximalen Bandbreite von 1024 kbps. Dabei wird H.264 mit VGA gesendet und H.263 mit 4CIF empfangen. Bei höheren Bandbreiten sendet die HDX zwar Audio und Video, aber empfängt nichts. Das Senden wird nach ca. 60 Sekunden selbständig durch das Gerät abgebrochen.

Das Gerät Polycom HDX 8002 XL beherrscht URI-Dailing nach H.323 Annex O (z.B. mittels "mcu.vc.dfn.de##97918168"), welches auch einsetzbar ist. Bei einer Anmeldung am CISCO MCM ist es nicht möglich, so daß zu vermuten ist, daß das Problem beim Gatekeeper liegt.

Die Verbindungsverschlüsselung mit AES nach H.235 hat in allen Verbindungen außer mit Mirial Softphone immer funktioniert.

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Fazit

Das Gerät Polycom HDX 8002 XL ist ein flexibel auf die Nutzeranforderungen ausrichtbares System, welches je nach Anforderungen mit einem Monitor oder einer Kamera oder auch jeweils zwei betrieben werden kann. Neben den sehr guten Audio- und Videoeigenschaften liegen die Stärken des Gerätes in der Präsentation multimedialer Inhalte mittels H.239.

Dokumentation

Hersteller: Polycom
Distributor: MVC

Unterstützte allg. Standards H.323, SIP, H.239
Audiokodierungen G.711, G.722, G.722.1, G.728, G.729, Polycom Siren 14
Videokomprimierung H.261, H.263, H.263+, H264 bei USB-Kameras
Bandbreite IP bis 1920 kbps

Wir danken der Firma MVC für die Teststellung.

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