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Testbericht Aethra Vega X3

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Allgemein

Aethra Vega X3

Zeitraum

Das VCC testete die Aethra Vega X3 vom 05.-15.03.2007.

SW-Version

Die Tests fanden mit der Softwareversion 10.01.0024 statt.

Geräteklasse

Das System gehört in die Kategorie der Kompaktsysteme.

Lieferumfang

Im Lieferumfang sind die notwendigen Anschlußkabel (bis auf DVI), das Mikrofon und die Fernbedienung enthalten. An Stelle des DVI-Kabels ist ein Adapter DVI-VGA vorhanden.

Bandbreiten

Das Gerät ermöglicht im LAN Videokonferenzen bis 1920 kbps und im ISDN-Bereich bis 128 kbps.

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Installation

Der Anschluß der benötigten Komponenten ist schnell vollzogen. Allerdings kann der volle Funktionsumfang erst nach einzelnen Freischaltungen mit jeweils einem Lizenzkey genutzt werden. Diese Freischaltungen erfolgen erst auf der Webseite von Aethra (ähnlich einer Zwangsregistrierung) und anschliessend am Gerät. Dabei werden einzeln die Funktionen ISDN, Empfang per Dual Video sowie Datenübertragung per XGA freigeschaltet.

Die Verwendung des DVI-Anschlusses gestaltet sich ebenfalls etwas schwieriger als von vergleichbaren Geräten gewohnt. Ein sofortiger Anschluß des Bildschirmes an den DVI-Ausgang bringt als Ergebnis einen schwarzen Bildschirm. Damit die Lizenznummer zur Nutzung des DVI eingegeben werden kann, muß also vorerst S-Video verwendet werden. Die Eingabe des Lizenzschlüssels schaltet DVI aber immer noch nicht frei (sondern nur VGA). Die Verwendung des digitalen Bildformates muß nun noch explizit im Menü angegeben werden. Danach kann der DVI-Ausgang benutzt werden.

Für die Kontrolle der korrekten Installation bietet das Gerät viele Selbsttests an, sogar eine Simulation der Gegenstelle ist möglich.

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Test

Bedienung

Die Oberfläche des Gerätes ist sehr bunt und wirkt relativ unübersichtlich. Auch die Logik der Bedienführung erschließt sich nicht immer sofort, z.B. wird der Unterschied zwischen den Punkten [Einstellungen] und [Konfiguration] nicht sofort sichtbar. (s.a. Konfigurationsanleitung Aethra Vega X3)

Die Fernbedienung der Aethra besitzt auf der Unterseite eine Gummierung, welche besonders in Konferenzen störende Geräusche beim Ablegen vermeidet. Weiterhin kann sie auf einen Gerätecode eingestellt werden. Damit wäre der gleichzeitige Betrieb mehrerer Geräte im selben Raum möglich, ohne daß die Fernbedienungen sich gegenseitig stören. Andererseits ist das für die Bedienung wichtige Zahlenfeld so im Verhältnis zum Schwerpunkt der Fernbedienung angeordnet, daß eine einhändige Steuerung kaum möglich ist. Im Normalfall sind beide Hände für die Bedienung nötig. Das Zusammenspiel mit der Kamera hakt ein wenig, diese reagiert nur sehr zögerlich oder gar nicht auf Umstellungen mittels der Fernbedienung.

Die Anordnung, Größe und Kennzeichnung der Tasten könnte noch verbessert werden. Die farbliche Gestaltung von Tasten, welche nicht unbedingt zu den meistgenutzten gehören, lenkt die Aufmerksamkeit des Nutzers unnötig ab. Dagegen sind andere, häufig gebrauchte Tasten, wie die Anordnung des Eigenbildes, inmitten anderer gleichartig erscheinender Tasten versteckt.

Die Oberfläche der Software bietet vielfältige Einstellmöglichkeiten. Hier können die Möglichkeiten der Nutzung von H.264, Dual Video (im ISDN-Bereich sogar noch DuoVideo), G.722.1 und MP4 AAC-LD ein- oder abgestellt werden. Das ist für die Rückwärtskompatibilität mit älteren Modellen im Videokonferenzbereich wichtig. Auch die Farben der Oberfläche (allerdings praktisch nur zwischen "bunt" und "anders bunt" wählbar) und die Transparenz bestimmter Menüs sind einstellbar.

Audio/Video

In allen getesteten Verbindungen konnte das Gerät Aethra durch gute bis sehr gute Audio- und Videoverbindungen überzeugen. Es wird keine vollständige Unterstützung aller im Standard H.323 aufgeführten Audiostandards angeboten. Hier beschränkt man sich auf  G.711, G.722 und G.728. Im Videobereich werden alle notwendigen Codecs unterstützt.

H.264

Die Nutzung des Standards H.264 war in allen Verbindungen (mit Ausnahme der VCON HD 3000 und VCON vPoint 7.1) bis zu einer Bandbreite von 768 kbps möglich. Die Qualität des Videos war dabei immer gut bis sehr gut.

H.239

Mit Ausnahme der VCON HD 3000 funktionierte die Übertragung nach H.239 mit allen getesteten Geräten in sehr guter Qualität. Die Übertragungen waren sehr gut lesbar und farbtreu. Beim Gerät HD 3000 konnte nur H.239 empfangen, aber nicht gesendet werden.

T.120

Das Protokoll T.120 wird nur im ISDN-Bereich angeboten und erfordert dann zusätzlich einen Laptop mit NetMeeting als Software.

Kamerafernsteuerung

Die Kamerafernsteuerung funktionierte beim Vorliegen der Voraussetzungen (Unterstützung des Protokolls H.281) immer.

MCU

Die Zusammenarbeit mit den MCUs des Dienstes DFNVideoConference war gut. Allerdings darf man bei einem Anruf an der RADVision-MCU mittels der Aethra nicht die zulässige Bandbreite der Konferenz überschreiten. Wenn diese zu hoch gewählt wird, scheitert die Einwahl in die Konferenz.

Gatekeeper

Die Zusammenarbeit mit den Gatekeepern GNU-GK 2.0.7 und CISCO MCM funktionierte problemlos.

Sonstiges

Die Voreinstellung zur Nutzung der Ports 60.000 bis 60.002 für TCP und 60.000 bis 60.020 für UDP ist im Standard H.323 nicht vorgesehen, kann aber abgewählt werden.

Per Software kann die benutzte Bandbreite beschränkt werden. Es ist dann egal, mit welcher Bandbreite gewählt wird, es wird nur die maximal zulässige benutzt. Dieses kann unter Umständen bei unerfahrenen MCU-Nutzern (s.o.) hilfreich sein.

Die Aethra bietet bei Nutzung des Protokolls H.320 (ISDN) AES-Verschlüsslung an, im IP-Bereich ist sie nicht vorhanden.

Im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern hat die Fa. Aethra das TCS4-Trennzeichen nicht nur dokumentiert, sondern bietet dem Nutzer sogar die Wahlmöglichkeit zwischen der Nutzung eines # oder * an.

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Fazit

Das System Aethra Vega X3 überzeugt vor allem in seiner Audio- und Videoqualität. Auf Grund des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses kann das Gerät zur Nutzung empfohlen werden.

Dokumentation

Hersteller: Aethra
Distributor: Visionkom Berlin

Unterstützte allg. Standards H.320, H.323, SIP
Audiokodierungen G.711, G.722, G.722.1, G.722.1 C, G.728, MPEG 4 AAC-LD
Videokomprimierung H.261, H.263++, H.264
Bandbreite IP bis 1920 kbps, ISDN bis 128 kbps

Wir danken der Firma Computer-Präsentations- und Bildtechnik e.K. Berlin die Bereitstellung der Testgeräte.

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