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Testbericht TANDBERG 1500 MXP

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Allgemein

TANDBERG 1500 MXP

Zeitraum: Februar 2005

SW-Version: F 2.1 PAL

Die TANDBERG 1500 MXP ist ein Office-System, welches als Nachfolger der TANDBERG 1000 gedacht ist. Das Gerät ermöglicht Videokonferenzen im LAN bis 2 Mbps und optional über ISDN bis 512 Kbps.

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Installation und Bedienung

Die Installation des Gerätes erfolgt schnell und unkompliziert. Der Monitor und der Codec besitzen jeweils einen eigenen Stromanschluss, was die Anzahl der notwendigen Kabel erhöht. Hier könnte man sich bessere Lösungen vorstellen.

Der Monitor hat das Format 16:9 und ist von der Firma Dell, was etwas verwundert, denn diese Firma ist nicht gerade als Monitorhersteller bekannt. Dementsprechend ist die Qualität des empfangenen Videobildes nicht immer zufriedenstellend.

Die Tasten für die Kamerafernsteuerung sind zwar vorhanden, aber sie funktionieren nicht. Die Kamera muß per Hand bedient werden, was bei einem Gerät dieser Leistungs- und Preisklasse doch sehr unerwartet ist. Der Weißabgleich für die Kamera kann ebenfalls nicht eingestellt werden. Bei ungünstiger Aufstellung des Gerätes kann dies zu einer Farbverzerrung in Richtung Gelb/Grün führen.

Der Standard T.120 wird nicht mehr unterstützt, stattdessen wurde jetzt H.239 (genannt "Duo Video") implementiert. Diese Funktionalität ist jedoch in der Grundausstattung nicht vorhanden und muß (als NPP bezeichnet) separat dazu gekauft werden.

Das Trennzeichen für die TSC4-Direktwahl ist ein Stern *, wie bei allen Herstellern ist es auch bei TANDBERG nicht dokumentiert.

Der Eintritt in das Menü funktioniert manchmal nicht, dann hilft ein Druck auf die cancel-Taste, dann ist das Menü wieder aktiviert.

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Test

Die Nutzung der TANDBERG 1500 ist aufgrund der durchdachten Benutzerführung in Kopplung mit der farblichen Gestaltung und klaren Gliederung der Fernbedienung sehr einfach und intuitiv durchführbar. Es fehlt aber die Möglichkeit, mit einem Tastendruck wieder in die oberste Ebene des Menüs zu gelangen. Auch ein Reset-Button zum Zurücksetzen in die Werkseinstellungen für alle Ebenen zugleich wäre wünschenswert.

Besonders gelungen ist die Möglichkeit, die Menüs halbtransparent über das aktuelle Videobild zu legen und damit während der Konferenz Statusabfragen vornehmen oder Einstellungen ändern zu können. Ein schönes Feature ist dabei die Möglichkeit, während der Konferenz die verwendeten Standards ad hoc umstellen zu können. Diese Änderung wird dann auch sofort aktiv in der bestehenden Verbindung.

Negativ ist die eingeschränkte Rufnummernlänge der Software. Die Eingabe wird nur bis 28 Zeichen fehlerfrei übertragen. Schon beim Einladen eines Partners in eine MCU-Konferenz nach der neuen DFN-Namenskonvention muss man sparen (z.B. nur einstellige Ergänzung des Konferenztyps und ohne Passwort arbeiten).

Das Gerät kann mit einer internen MCU ausgestattet werden (Zusatzmodul MS muß extra erworben werden), worüber bis zu vier Teilnehmer verbunden werden können.

In Punkt-zu-Punkt-Verbindungen gab es mit vielen Desktopsystemen große Probleme beim Verbindungsaufbau. Eine Ausnahme bilden hier alle Desktopsysteme der Firma VCON, in welchen die Audio- und Videoqualität stets gut bis sehr gut war. Die Verbindungen zu anderen Settopsystemen waren stets überzeugend in ihrer Qualität. Die Präsentationen eines PC-Contents über die Tandberg 1500 sind auf der Gegenseite in guter Qualität zu empfangen. Für Präsentationen der Gegenseite wäre es schön, wenn am Gerät ein VGA-Ausgang vorhanden wäre.

Die Zusammenarbeit mit der MCU des Dienstes DFNVideoConference war gut. Sowohl die Audio- und Videoqualität als auch die Benutzung von H.264 und H.239 waren zufriedenstellend.

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Fazit

Das System TANDBERG 1500 MXP konnte im Hinblick auf den Preis mit seinen Möglichkeiten und der Zusammenarbeit mit anderen Geräten nur bedingt überzeugen.

Dokumentation

Hersteller: TANDBERG

Unterstützte Standards H.320, H.323
Audiokodierungen G.711, G.722, G.722.1, G.728, MPEG4 AAC-LD (20 kHz Audio)
Videokomprimierung H.261, H.263, H.263+, H263++, H264
Videoeingänge 1 DVI/SXGA (PC-Input)
Videoausgänge -
Bandbreite IP: max. 2 Mbps; ISDN: max. 512 Kbps

Wir danken der Firma MVC für die Teststellung.

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