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Anleitung Kameratests

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Begriffe und Definitionen

Zur näheren Erläuterung sollen im Folgenden grundlegende Begriffe geklärt werden.

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Einsatz der Testbilder

Es kommen zwei verschiedene Testbilddarstellungen zum Einsatz, die durch eindeutige Testmuster gekennzeichnet sind. Testbild „Auflösung, Kantenschärfe und Graustufen“ dient der Untersuchung aller auflösungs- und darstellungsrelevanten Faktoren und beinhaltet verschiedene farblich neutrale bi-tonale Testmuster sowie Graustufenmuster, die hier genauer erklärt werden. Testbild „Farbtreue, Farbverläufe, Grauwerte“ beinhaltet Testmuster verschiedener Spektralfelder sowie unterschiedliche Graustufenverläufe, die hier detailliert beschrieben werden.
Die aktive Höhe der Testbilder sollte nicht weniger als 20cm betragen, das Material des Drucks sollte bei Frontbeleuchtung reflektiv sein und gleichmäßig beleuchtet werden.
Getestete Kameras sollten fest positioniert sein. Die vertikalen Begrenzungspfeile werden genutzt, um die Vergrößerung zu justieren und je nach Bildformat den entsprechenden Ausschnitt des Testbildes zu wählen, die horizontalen Begrenzungspfeile dienen der horizontalen Zentrierung des Zieles. Die Pfeilspitzen der schwarzen Begrenzungspfeile sollten komplett sichtbar sein, die weißen Begrenzungspfeile sollten nicht mehr sichtbar sein. Die Kamera sollte so positioniert werden, dass die horizontale Begrenzung des Testbildes parallel zur horizontalen Kamerarahmenlinie ist und sich die Bildebene parallel zur Kameraebene befindet. Beim Einsatz des Testbildes „Farbtreue, Farbverläufe, Grauwerte“ ist darauf zu achten, dass alle spektralen Testmuster im Kamerabild sichtbar sind.
Die visuelle Auflösung (in LW/PH) ist der Grenzwert, unter dem in den Testmustern individuelle schwarze und weiße Linien noch unterschieden werden können oder durch Alias-Effekte in geringerer Frequenz dargestellt werden. Testbild 1 (Kameratestbild „Auflösung, Kantenschärfe und Graustufen“) integriert dafür vertikale, horizontale und diagonale hyperbolische Kurven F1, F2, G1, G2, Fs1, Fs2, Gs1, Gs2, FG.
Die zentrale horizontale visuelle Auflösung wird durch Beobachtung der vertikal ausgerichteten hyperbolischen Kurven F1 und G1 bestimmt, die zentrale vertikale Auflösung durch die horizontal ausgerichteten hyperbolischen Kurven F2 und G2. Die 45°-diagonale visuelle Auflösung wird durch die diagonal ausgerichteten Testmuster FG bestimmt. Die visuelle Auflösung im Randbereich der Kamera können durch die Testmuster Fs1, Fs2, Gs1 und Gs2 bestimmt werden.
Um die visuelle Auflösung zu bestimmen, muss das Testbild (entweder gedruckt in hoher Qualität oder dargestellt auf einem Monitor in entsprechender Größe und Auflösung) wie oben beschrieben aufgestellt und justiert werden, um dann durch subjektive Maßnahme die entsprechenden Werte abzulesen.

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Kameratestbild „Auflösung, Kantenschärfe und Graustufen“

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Auflösung, Kantenschärfe und Graustufen

Kameratestbild "Auflösung, Kantenschärfe und Graustufen" mit Hinweisen

Element Bedeutung
A Schwarzer Rahmen mit schwarzen, weißen und Pfeilmarkierungen zur horizontalen Ausrichtung bei 16:9-Bildformat
A1 Schwarze und weiße Pfeilmarkierungen als Hilfestellung bei Kameraausrichtung
B Zentrale Dualfrequenzabbildung im schwarzen Rahmen, dient der Fokussierung
C Rahmenlinien und Begrenzungspfeile für Kamerabildformate 1:1, 4:3, 3:2
D Geneigte Linien zur Überprüfung von Rasterlinearität und Stufenbildung („stair stepping“)
E1 100LW/PH bis 1000LW/PH Schwarzbalken zur Messung der horizontalen Pulsantwort
E2 100LW/PH bis 1000LW/PH Schwarzbalken zur Messung der vertikalen Pulsantwort
F1 100LW/PH bis 600LW/PH hyperbolische Linienabbildung zur Messung der zentralen horizontalen visuellen Auflösung
F2 100LW/PH bis 600LW/PH hyperbolische Linienabbildung zur Messung der zentralen vertikalen visuellen Auflösung
Fs1 100LW/PH bis 600LW/PH hyperbolische Linienabbildung zur Messung der peripheren horizontalen visuellen Auflösung
Fs2 100LW/PH bis 600LW/PH hyperbolische Linienabbildung zur Messung der peripheren vertikalen visuellen Auflösung
FG 100LW/PH bis 1000LW/PH hyperbolische Linienabbildung zur Messung der geneigten visuellen Auflösung
G1 500LW/PH bis 2000LW/PH hyperbolische Linienabbildung zur Messung der zentralen horizontalen visuellen Auflösung
G2 500LW/PH bis 2000LW/PH hyperbolische Linienabbildung zur Messung der zentralen vertikalen visuellen Auflösung
Gs1 500LW/PH bis 1000LW/PH hyperbolische Linienabbildung zur Messung der peripheren horizontalen visuellen Auflösung
Gs2 500LW/PH bis 1000LW/PH hyperbolische Linienabbildung zur Messung der peripheren vertikalen visuellen Auflösung
H1 vertikale Graustufenverläufe aus 10 Graustufen zur Überprüfung der Graustufendifferenzierbarkeit
H2 horizontale Graustufenverläufe aus 10 Graustufen zur Überprüfung der Graustufendifferenzierbarkeit
I Diagonales schwarzes Quadrat zur Überprüfung des korrekten Seitenverhältnisses, Stufenbildung durch Rasterung und zur Berechnung der SFR (nur bei Standbildfotografie)
J Kreis mit gekreuzten Linien zur Überprüfung von Nichtliniearitäten bei der Abtastung (z.B. falsches Seitenverhältnis)
K Schachbrettmuster zur Überprüfung auf Kompressionsartefakte
L1 Geneigte (ca. 5°) Rechteckwellenfolge zur Überprüfung des horizontalen Aliasing-Verhältnisses
L2 Geneigte (ca. 5°) Rechteckwellenfolge zur Überprüfung des vertikalen Aliasing-Verhältnisses
M1 100 bis 1000 Linien Rechteckwelle zur Überprüfung der horizontalen visuellen Auflösung
M2 100 bis 1000 Linien Rechteckwelle zur Überprüfung der vertikalen visuellen Auflösung
N Markierungspunkte, die zum automatischen Ausrichten genutzt werden können
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Kameratestbild „Farbtreue, Farbverläufe, Grauwerte“

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Kameratestbild „Farbtreue, Farbverläufe, Grauwerte“

Kameratestbild „Farbtreue, Farbverläufe, Grauwerte“ mit Hinweisen

Element Bedeutung
A Schwarzer Rahmen mit schwarzen, weißen und Pfeilmarkierungen zur horizontalen Ausrichtung bei 16:9-Bildformat
A1 Schwarze und weiße Pfeilmarkierungen als Hilfestellung bei Kameraausrichtung
B Rahmenlinien und Begrenzungspfeile für Kamerabildformate 1:1, 4:3, 3:2
C TE256: Color and Calibration Test Chart: 11-stufiger Grauverlauf, Schwarz/Weiß-Muster, 12 Farben, 4 Hauttöne
D TE229: Colour Key Test Chart: Farbkreis mit 30 Elementarfarben
E TE106: Color Bar Test Chart: 8 Felder (Schwarz, Weiß + Grundfarben)
F 16-stufiger Grauverlauf in zwei Richtungen horizontal inklusive 16-stufiger Farbfelderverlauf
G 11-stufiger Grauverlauf in zwei Richtungen vertikal
H Elemtarfarben CMYK/RGB Schwarzverlauf und Weißverlauf in 16 Stufen
I TE233: 24 gering gesättigte Farben und 4 Hauttöne
J TE226: HDTV Color Rendition Test Chart (nach Gretag Macbeth)
K TE209: Cine Color Test Chart
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