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TANDBERG Management Suite - Testbericht

Inhalt:


Allgemein

TestzeitraumTandberg

Die Managementsoftware TMS wurde im März 2009 getestet.

Softwareversion

Die Softwareversion war 12.1.

Voraussetzungen

Server

Die Tandberg Management Suite (TMS) basiert auf den Windows Servern 2000 oder 2003 und benötigt zur Bereitstellung aller Funktionen den Dienst IIS (Internet Information Services) sowie MS SQL (MS SQL 2005 Express ist in der Basisinstallation enthalten).

Hardwarevoraussetzungen sind eine Intel Prozessor kompatible CPU mit 2 GHz sowie 1 GB RAM.

Client

TMS kann Client-seitig über einen Browser bedient werden. Unterstützte Browser sind MS IE ab Version 5.5 oder Firefox ab Version 1.5.

Die Darstellung der Managementsuite erfolgt über Active Server Pages (ASP) des Server-Dienstes IIS von Microsoft.

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Funktionsweise

Die Tandberg Management Suite kann die Authentisierungsmethode des zugrunde liegenden Microsoft-Servers nutzen („Windows integrierte Authentifizierung“), d.h. es müssen nicht zwingend neue Nutzer-Accounts angelegt werden. Um Zugriff zum System zu erhalten, können schon vorhandene Nutzerstrukturen verwendet werden. Die Handhabung dieser Methode ist jedoch anfänglich nicht trivial und erfordert Fachwissen in der Administration von Windows-Servern.

Meldet man sich zum ersten Mal bei der Tandberg Management Suite an, erscheint ein Fenster, in dem benötigte Informationen eingetragen werden können.

TMS First Login

Abbildung 1: Nutzerdaten bei Tandberg Management Suite (zum Vergrößern klicken)

Nach jeder erfolgreichen Anmeldung wird die Portalseite angezeigt, die alle wichtigen Informationen wie Systemnutzung, Fehlertickets, Buchungen und verwaltete Systeme zentral zusammenfasst und leicht zugänglich aufbereitet.

TMS Portal

Abbildung 2: TMS Portalseite (zum Vergrößern klicken)

Der Funktionsumfang der Tandberg Management Suite ist enorm und umfasst alle Grundfunktionen, die in der Funktionsübersicht beschrieben werden, außer Gatekeeperfunktionalität.

TMS Sitemap

Abbildung 3: Funktionsumfang der Tandberg Management Suite (zum Vergrößern klicken)

Neue Geräte werden automatisch erkannt und zum Bestand hinzugefügt, können aber auch manuell per IP-Adresseingabe oder Adressbereichseingabe hinzugefügt werden. Die Methodik der Verwaltung verschiedener Systeme liegt darin, Ordnerstrukturen zu bilden, in denen die verwalteten Geräte abgelegt werden (automatisch erkannte Systeme werden zum Beispiel in den Ordner „Discovered Systems“ gelegt). Auf diese Weise lässt sich schnell die Metapher des Raumes einführen, so könnten die Ordner den betreffenden Raumnamen oder Gebäudenamen tragen, um eine räumliche Zuordnung aller Systeme zu ermöglichen.

Mit Ausnahme von LifeSize-Geräten, Sony PCS-XG80 und Emblaze VCON xPoint werden alle gängigen Videokonferenzprodukte unterstützt.

TMS Folder View

Abbildung 4: Ordneransicht der verwalteten Systeme (zum Vergrößern klicken)

Hinzugefügte Systeme können vollständig administriert und verwaltet werden, jedoch dauerte der Zugriff auf detaillierte Gerätedaten mit der TMS-Teststellung sehr lang.

Auch zur Laufzeit von Veranstaltungen können die Geräte gesteuert werden und Parameter geändert werden.

TMS System Administration

Abbildung 5: Geräteadministration, hier Tandberg 990 MXP (zum Vergrößern anklicken)

Um den aktuellen Status aller Systeme und laufenden Verbindungen zu kontrollieren, stellt die Tandberg Management Suite verschiedene Monitoring-Funktionen zur Verfügung (vgl. Abbildung 6).

TMS MapTMS Monitoring

Abbildung 6: TMS Graphical Monitor als grafischer Systemüberblick (links) und TMS Conference Control Center (rechts) zur Echtzeitüberwachung und -steuerung von Veranstaltungen (zum Vergrößern anklicken)

Die Conference Map zeigt alle verwalteten Systeme anhand der Ordnerstruktur auf einer Karte und ermöglicht so die optische Erfassung großer Geräteparks. Das Conference Control Center dient der Steuerung einzelner Konferenzen, indem alle verfügbaren Parameter (Lautstärke, Mikrofonsteuerung, Kamerasteuerung, neuen Teilnehmer hinzufügen oder Teilnehmer entfernen,…) verändert werden können. Technisch erfolgt das Monitoring per Java-Applet.

Eine der wichtigsten Funktionen von TMS ist die proaktive Fehlerdiagnose. Diese erleichtert das Auffinden von kritischen Fehlern innerhalb des verwalteten Bereiches erheblich und verhindert, dass Ausfälle erst zu Beginn einer Veranstaltung auffallen und nicht ad hoc beseitigt werden können (was u.U. den Ausfall der Veranstaltung zur Folge hätte). Sobald ein Fehler an einem System auftritt, wird ein entsprechend gewichtetes Ticket ausgelöst und der zuständige Techniker bzw. die verantwortliche Technikergruppe informiert. Die Wichtung der Fehler geht dabei von „leicht“ (Warnung, zum Beispiel Batterie der Fernbedienung zu schwach) über „schwach“ und „mittel“ bis „kritisch“ (zum Beispiel System nicht erreichbar). Sobald der Fehler nicht mehr vorhanden ist gilt das Ticket als geschlossen und wird automatisch dokumentiert („intelligente Fehlerbehandlung“).

TMS Ticketing

Abbildung 7: TMS Ticketing Service - intelligente Fehlerbehandlung (zum Vergrößern anklicken)

Das Tandberg Management System bietet auch im Bereich Scheduling umfangreiche Funktionen. So können System- bzw. Raumreservierungen mit zahlreichen Optionen durchgeführt werden. Die Verfügbarkeit der gewünschten Systeme ist grafisch im sogenannten „Free-Busy-Overview“ ersichtlich (vgl. auch Abbildung 8). Das Managementsystem reserviert zudem automatisch Zeitslots, wenn ad-hoc-Konferenzen durchgeführt werden. Eine hilfreiche Funktion ist das sogenannte „Extend Meeting“ (nur für Tandberg-Geräte). Dies bewirkt, dass 15 Minuten vor Ende einer Buchung wird eine Benachrichtigung an das Endgerät des Konferenzleiters gesendet, der daraufhin eine Verlängerung der Reservierung vornehmen kann (je nach Verfügbarkeit des Systems).

TMS Scheduling

Abbildung 8: Verbindungsbuchung editieren (zum Vergrößern anklicken)

Die Reportfunktionen von TMS erzeugen detaillierte Nutzungsstatistiken über alle verwalteten Systeme, welche sowohl im Format PDF als auch im Format Excel verfügbar sind.

Neben Verbindungsdetails können auch Nutzungstrends erfasst werden, aus denen hervorgeht, welche Geräte am häufigsten im Einsatz bzw. welche gering ausgelastet sind. Bei Bedarf kann mit entsprechender Konfiguration eine Kostenerfassung durchgeführt werden, um Verbindungskosten auf die jeweiligen Nutzer umzulegen.

Auch eher theoretische Statistiken wie Return of Investment (ROI) oder die durch Videokonferenznutzung eingesparte Kohlenstoffdioxidemission können abgerufen werden.

TMS Statistic Report

Abbildung 9: TMS Reportingfunktion, hier Nutzung aller Systeme im gewünschten Zeitraum (zum Vergrößern anklicken)

Eine ausschließlich für Tandberg-Systeme verfügbare Funktion ist das Erstellen von Sicherungen (Backups) der Konfigurationsparameter. Dies kann bei Bedarf manuell oder automatisch in fest definierten Intervallen durchgeführt werden. Dadurch wird sichergestellt, dass die Systeme in regelmäßigen Abständen aktualisiert und alle vorhandenen Geräte auf dem gleichen Stand gehalten werden. Diese Templates erzwingen persistente Einstellungen im Gerätepark und verhindern bzw. beheben eventuelle Fehlkonfigurationen der Nutzer.

TMS kann dahingehend konfiguriert werden, für alle Systeme die aktuelle Firmware zu laden, vorzuhalten und auf den verwalteten Endgeräten zu installieren („Auto-Upgrade“). Bei Bedarf kann auch auf ältere Versionen zurückgegriffen werden („Downgrade“).

TMS Backup

Abbildung 10: TMS Backup und Provisioning ist nur für Tandberg-Geräte verfügbar (zum Vergrößern anklicken)

Die Tandberg Management Suite bietet eine umfangreiche mandantenfähige Nutzerverwaltung. Durch schon vorhandene (und angebundene) Nutzerdaten oder vom Administrator erstellte Nutzergruppen können neue Nutzer erstellt, administriert und zugehörige Rechte vererbt werden. Für neue Accounts können Standardwerte festgelegt werden, um die Nutzerverwaltung zu vereinfachen. Verschiedene Nutzer können auf unterschiedliche Informationen des Systems zugreifen und Einfluss nehmen und es besteht somit keine Gefahr, dass Nutzer unberechtigt Daten kompromittieren können.

TMS bietet weiterhin die Möglichkeit, lokale und globale Kontaktlisten anzulegen, von Konferenzsystemen zu importieren und in einer zentralen Datenbank zu pflegen. Je nach Bedarf und Nutzungsgebiet können diese Telefonbücher auf allen verwalteten Systemen synchronisiert werden und sind somit immer konsistent.

Als zusätzliche Integrationsoption bietet Tandberg die Möglichkeit, die Management Suite an verschiedene Systeme anzubinden. Es ist unter anderem möglich, Groupware-Systeme wie IBM Lotus (Sametime/Domino) oder Microsoft Exchange/Outlook anzugliedern. Webconferencing Tools (z.B. WebEx, Microsoft Live Meeting) können integriert oder Netzwerkmanagementsoftware (z.B. IBM Tivoli, HP Open View) in die Systemverwaltung übernommen werden.

Die Tandberg Management Suite ist sowohl als Softwarepaket für die Installation in kleinen bis sehr großen Konferenzumgebungen als auch als Tandberg Management Server für die Installation in kleinen bis mittleren Umgebungen verfügbar.

TMS Stand Alone Server

Abbildung 11: TMS als Stand-Alone-Server

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