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Testbericht RADVISION Scopia XT 5000

PDF-Version (druckoptimiert)

Allgemein

Zeitraum

Mai / Juni 2012

SW-Version

Der Test wurde mit der Softwareversion 3.0.118B durchgeführt.
Die Tests zu H.239 wurden im Oktober 2012 mit der Version 3.1 wiederholt.

Geräteklasse

Es ist das leistungsstärkste Settop-System der Firma mit integrierter MCU für bis zu neun Teilnehmer. Die interne MCU stand während der Tests leider noch nicht zur Verfügung.

Lieferumfang

Das System wird mit Codec, Kamera, Mikrofon, Fernbedienung und allen notwendigen Kabeln ausgeliefert.

Bandbreiten

Das System erlaubt bei Punkt-zu-Punkt-Konferenzen Rufe nach H.323 und SIP mit Bandbreiten bis 6120 kbps.

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Installation

Die Installation verläuft problemlos. Nach wenigen Einstellungen ist das Gerät betriebsbereit. Die default-Werte aller Menüpunkte sind dabei sinnvoll gewählt, bieten aber breiten Raum für individuelle Anpassungen.

Für die Trennung von privaten und öffentlichen Netzwerken stehen zwei Anschlüsse (LAN und GLAN genannt) zur Verfügung. Allerdings gelten die Regeln des eventuell vorhandenen Gatekeepers stets für beide Netze. Dadurch kann Anpassungsbedarf im Netzwerk notwendig werden.

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Test

Bedienung

Die Fernbedienung ist optisch in fünf Blöcke unterteilt. Die wichtigsten und am häufigsten benutzten Tasten sind dabei in der Mitte angeordnet. Eine irrtümliche Fehlbedienung sollte auf Grund der Abgrenzungen nicht auftreten können. Die vier farbigen Tasten sind kontextabhängig belegt und bieten in jedem Fenster den Zugriff auf die wesentlichen Funktionen der entsprechenden Seite. Zusammen mit der guten Strukturierung der Softwareoberfläche wird damit ein schnelles und flüssiges Arbeiten mit dem System gewährleistet.

Audio/Video

Das Audio war in allen Tests in beiden Richtungen immer sehr gut.

Das Video war mit einer Ausnahme ebenfalls immer sehr gut. Nur in Verbindungen mit der SONY PCS-G70 gab es bei der Bildwiedergabe in beiden Richtungen große Probleme. Die Videoübertragung wird vorrangig mittels des Codecs H.264 SVC realisiert.

H.239

Die Tests der Datenpräsentation lassen keine eindeutige Schlußfolgerung zu. Die Ergebnisse sind sehr von der Gegenstelle abhängig.

Generell funktioniert die H.239-Übertragung um so besser, je moderner die Gegenstelle ist. Mit der aktuellen Generation von Systemen werden Präsentationen und HD-Videos im Datenkanal mit FullHD durchaus bis zu 30 fps übertragen. Diese Werte werden bei der Nutzung von H.239 zur CISCO EX 90 und zum System CISCO C40 erreicht. Auch mit CISCO Jabber Video als Gegenstelle waren durchweg gute Übertragungen vorhanden.

Außer in den vorgenannten Fällen wurde die Framerate ansonsten immer relativ niedrig im Bereich von 5-8 fps ausgehandelt. Das reicht bei Folienpräsentation und einfachen Videos für eine gute bis sehr gute Qualität, aber HD-Videos sind im Datenkanal damit nicht möglich.

Unterschiedliche Probleme, welche letztlich zu einer stärkeren Beeinträchtigung der Qualität führen, traten in den Tests bei Geräten der Firma SONY, der TANDBERG 6000 MXP und der LifeSizeRoom auf. Bei der Polycom HDX 8004 wurde nach ca. einer Minute guter Qualität die Übertragung des Datenkanals automatisch beendet.

Seit der Software-Version 3.1 (Oktober 2012) sind alle genannten Probleme im Bereich H.239 nicht mehr vorhanden.

Kamerafernsteuerung

Die Kamerafernsteuerung war beim Vorliegen der technischen Voraussetzungen immer in beiden Richtungen möglich.

MCU

Die Zusammenarbeit mit der MCU von Codian innerhalb des Dienstes DFNVideoConference funktionierte bei Audio und Video bis zur jeweiligen maximalen Bandbreite problemlos und in sehr guter Qualität.

Bei Nutzung von H.239 lassen die auftretenden Fehler einen sinnvollen praktischen Einsatz nicht zu. Die vorhandenen Einschränkungen in der Qualität beeinträchtigen die Datenübertragung noch zu sehr.

Gatekeeper

Die Zusammenarbeit mit den Gatekeepern GNU-GK 2.0.7 und CISCO MCM lief fehlerfrei und stabil. Die Anmeldung an diesen Geräten gelang immer.

Sonstiges

Laut Datenblatt ist das System Full-HD-fähig mit 60 fps bei 2 parallelen Kanälen. Diese 60 fps werden aber nur bei NTSC erreicht, beim in Europa üblichen PAL sind maximal 50 fps umsetzbar.

Das System besitzt zwei separate Netzwerkanschlüsse, welche für eine interne und externe Nutzung gedacht sind. Durch die mögliche getrennte Konfiguration wird die Datensicherheit erhöht. Eine AES-Verschlüsselung mit 128 bit ist zusätzlich standardmäßig integriert.

Bei SIP-Rufen zur DFN-MCU mittels der Syntax KonferenzID@mcu.vc.dfn.de wird erst nach einer längeren Wartezeit der Ruf aufgebaut. Es ist dabei egal, ob das System XT5000 an einem Gatekeeper angemeldet ist oder nicht. Das Senden und Empfangen von Daten mittels des Protokolls BFC funktioniert.

Wenn keine Anmeldung an einem Gatekeeper vorliegt, ist URI-Dialing mit der Syntax mcu.vc.dfn.de##KonferenzID oder KonferenzID@mcu.vc.dfn.de möglich. Falls das Gerät an einem Gatekeeper angemeldet ist, sind Rufe mittels URI-Dialing nicht durchführbar.

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Fazit

Das System XT 5000 ist ein leistungsstarkes System mit überzeugender Qualität vor allem im Audio- und Videobereich. Dem Nutzer bieten sich viele sinnvolle Einstellmöglichkeiten, welche durch eine gelungene Menüführung auch gut zu erreichen sind. In Verbindungen mit modernen Geräten zeigt das System seine ganze Leistungskraft. Für die Datenübertragung nach H.239 ist unbedingt die Software-Version 3.1. zu empfehlen, damit keine Fehler auftreten.

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Dokumentation

Wir danken den Firmen RADVISION und Klengel Consult Dresden für die Teststellung.

Hersteller: RADVISION
Ansprechpartner: Klengel Consult GmbH - Dresden

Unterstützte allg. Standards H.323, SIP, H.239
Audiokodierungen G.711, G.719, G.722, G.722.1, G.722.1C, G.728
Videokomprimierung H.263, H.263+, H.263++, H.264, H.264 High Profile, H.264 SVC
Bandbreite IP, SIP bis 6 Mbps; Gesamtbandbreite MCU: 12 Mbps
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