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Testbericht Panasonic KX-VC 1600

Testbericht Panasonic KX-VC 1600


PDF-Version (druckoptimiert)

AllgemeinKameras des Videokonferenzgeraetes Panasonic KX-VC 1600

Zeitraum

September 2016

SW-Version

4.25

Geräteklasse

Das System Panasonic KX-VC 1600 ist ein Settop-System, das Videokonferenzen in High Definition ermöglicht. Es stellt in der Produktpalette der Firma eines der leistungsstärkeren Geräte dar.

Das System kann mit einer von drei verschiedenen Kameras (GP-VD151; GP-VD131; AW-VC2) und oder wahlweise auch mit einem von zwei Mikrofonen (KC-VXA001; KC-VXA002) betrieben werden. Die Kameras unterscheiden sich hauptsächlich im optischen Zoom (kein, 3fach oder 10 fach); die Mikrofone in ihrer Reichweite (2-4m), dem abgedeckten Radius (300-360°) und der Möglichkeit der Reihenschaltung (0-4).

Es besteht die Möglichkeit, bis zu drei Monitore per HDMI anzuschließen und diese in vielfältiger Weise für die eigene gewünschte Ansicht zu konfigurieren.

Lieferumfang

Panasonic liefert das System mit dem Codec, dem vom Kunden gewünschten Mikrofon, der gewählten Kamera, der Fernbedienung Panasonic HD-VC und allen notwendigen Kabeln für den Basisbetrieb aus. Im Test waren die Kamera GP-VD131 und das Mikrofon KC-VXA001 im Einsatz.

Protokolle und Bandbreiten

Das Gerät ermöglicht Rufe mittels H.323 und SIP ab 256 kbps und bei Nutzung der integrierten MCU bis zur Gesamtbandbreite von 18 Mbps. Die Datenübertragung wird mittels H.239 bzw. BFCP gewährleistet.

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Installation

Der Aufbau des Gerätes ist trotz des Fehlens einer kurzen Dokumentation für die ersten Schritte sehr schnell bewältigt. Spätestens jetzt muß der Nutzer aber sowieso das Handbuch konsultieren, weil die Vielzahl von Einstellmöglichkeiten, Optionen und Menüs nicht intuitiv erfaßbar ist.

Vorder- und Rueckansicht des Videokonferenzsystems Panasonic KX-VC 1600

Das Handbuch im Umfang von 196 Seiten bietet sehr ausführliche Beschreibungen für alle Menüpunkte und Einstellmöglichkeiten. Wer am Anfang Zeit in das Studium dieser Anleitung investiert, wird mit einer Fülle von Feinheiten belohnt, die sich gar nicht alle sofort merken lassen. Das Gerät Panasonic KX-VC 1600 ist ein System auf den zweiten Blick.

Die Konfigurationen zur Sicherheit sind ausgesprochen defensiv voreingestellt. So kann man anfangs nur das System vor Ort oder per Webinterface bedienen. Beides ist in den Werkseinstellungen nicht parallel vorgesehen. Das Aktivieren des Webinterfaces bedingt ein sogenanntes Admin-Passwort. Danach kann man das Gerät nicht mehr vor Ort bedienen. Für das Webinterface ist wieder ein separater anderslautender Login notwendig, in welchem man nun per expliziter Umschaltung die gleichzeitige Nutzung von Fern- und Nahzugriff ermöglichen kann.

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Test Fernbedienung des Videokonferenzsystems Panasonic KX-VC 1600

Start / Stromverbrauch

Die Panasonic KX-VC 1600 benötigt vom Einschalten bis zur Herstellung der Betriebsbereitschaft 50 Sekunden. Aus dem Standby sind es 7 Sekunden. Der typische Stromverbrauch liegt bei für den Codec ca. 135 kWh und für die Kamera bei ca. 24 kWh im Jahr.

Bedienung

Die Bedienoberfläche des Systems verlangt eine gewisse Einarbeitungszeit. Das betrifft sowohl die ergonomische Gestaltung und Nutzerführung als auch die Vielzahl von Möglichkeiten, die sich dem Nutzer erst nach und nach erschließen. Prinzipiell ist das Menü in eine Nutzeroberfläche und einen Administratorbereich getrennt.

Diese Bereiche sind aber nicht starr vorgegeben, sondern äußerst flexibel angelegt. Der Administrator kann oftmals die Einstellungen (bspw. zur Anwendung der Verschlüsselung während der Verbindung) fest vorgegeben oder dem Anwender die Optionen freischalten, damit dieser dann die Auswahl trifft. Alle Varianten sind immer ausführlich dokumentiert und im Handbuch angegeben.

Die farbigen Tasten der Fernbedienung haben eine kontextabhänigige Belegung, deren aktuelle Funktion jeweils im Menü eingeblendet wird.

Es gibt auch Lösungen, die die Arbeit des Anwenders erleichtern. Beispielsweise kann man:
- bei Nutzung der internen MCU alle Teilnehmernummern vorher eingeben und dann mit einem Tastendruck wählen lassen oder
- die Belegung der Bildschirme mittels der Taste "Layout" noch während der Konferenz tauschen.

Audio

Die Audioqualität wurde überwiegend mit "sehr gut" eingeschätzt, in wenigen Fällen in Verbindungen zu älteren Geräten nur mit "gut".

Für die Übertragung wurden in den Tests die Codecs G.722, G.722.1 und G.722.1C verwendet.

Video

Die Videoqualität wurde mit einer Ausnahme in allen Verbindungen in beiden Richtungen mit "sehr gut" eingestuft. In der Verbindung der der LifeSize Team 220 konnte die Qualität des Videos nur mit "gut" bewertet werden.

Die Übertragungen wurden stets mit 720p oder 1080p mit H.264 vorgenommen. Die ausgewählte Bandbreite war immer zwischen vier und sechs Mbps. Zur Übertragung wurden stets mindestens 25 fps, zur Polycom Real Presence Group 500 sogar 50 fps verwendet.

Datenpräsentation

Im Bereich Datenpräsentation hinterlässt die Panasonic KX-VC 1600 insgesamt einen guten Eindruck. In diesem Kanal wurde bei älteren Systemen WXGA oder 720p genutzt, bei modernen Anlagen kam stets 1080p zum Einsatz. Als Videocodec wurde jeweils H.264 verwendet.

Bei der Übertragung von statischen Folieninhalten wurde die Übertragung stets mit "sehr gut" bewertet.

Die praktische Einsetzbarkeit der Übertragung von SD-Videos war in ca. 2/3 der Tests gegeben. Das Senden und der Empfang von HD-Videos wurde nur in wenigen Tests als praktisch einsetzbar eingestuft. Oftmals verhinderte eine zu gering ausgehandelte Framerate eine bessere Bewertung.

In den Verbindungen mit der Polycom Debut wurde während der Übertragung einer Datenpräsentation die Videoauflösung im ersten Kanal von 1080p auf 720p gesenkt.

Ausführliche Testergebnisse sind in der Kompatibilitätsmatrix zu finden.

Kamerafernsteuerung

Die Kamerafernsteuerung funktionierte in den Tests stets bei entsprechender technischer Voraussetzung der Gegenstelle.

Dienst DFNVideoConference

Die Zusammenarbeit mit der DFN-MCU funktionierte fehlerfrei. Die Qualität von Audio und Video war sehr gut. Als Videocodec wurde H.264 benutzt, dabei wurde 720p@30 in Senderichtung und 1080p@25 in Empfangsrichtung als Auflösung verwendet. Als Audiocodec kam für beide Richtungen G.722.1C zum Einsatz. Die Datenpräsentation wurde mit H.264 unter Nutzung von WXGA übertragen.

Gatekeeper

Die Zusammenarbeit mit dem Gatekeeper GNU-GK funktionierte ohne Einschränkungen.

SIP

Rufe zur DFN-MCU per SIP-Dialing waren nicht möglich. Der Hersteller ist informiert und arbeitet bereits an einer Lösung des Problems.

URI-Dialing

Mit dem System ist URI-Dialing nach H.323 Version 5 (vormals H.323 Annex O) mit der Syntax "194.95.240.35%Konferenz-ID" uneingeschränkt möglich. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine Anmeldung an einem Gatekeeper vorliegt.

Verschlüsselung und Firewall-Traversal

In allen Verbindungen wurde eine Medienverschlüsselung nach H.235 durchgeführt.

Das Gerät unterstützt Firewall-Traversal nach H.460.18 und H.460.19.

Sonstiges

Mittels eines handelsüblichen USB-Sticks können Softwareupdates eingespielt werden. Er kann ebenfalls zum Sichern bzw. Wiederherstellen von wichtigen Nutzerdaten wie z.B. Profilen und Telefonverzeichnissen genutzt werden.

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Fazit

Das System Panasonic KX-VC 1600 ist ein leistungsstarkes Gerät mit insgesamt gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. In Verbindungen mit modernen Systemen werden qualitativ überzeugende Ergebnisse in allen Kanälen erzielt. Zusammen mit den flexiblen Einstellmöglichkeiten seiner Benutzerführung sollte es somit für viele Szenarien sinnvoll einsetzbar sein.

Dokumentation

Wir danken Herrn Salac von der Firma Panasonic für die Teststellung.

Hersteller: Panasonic
Ansprechpartner: Herr Hilmar Salac

Unterstützte allg. Standards H.323, SIP, H.239 BFCP
Audiokodierungen G.711, G.722, G.722.1, G.722.1C, MPEG-4 AAC-LD Mono
Videokomprimierung H.261, H.263, H.263+, H.263++, H.264, H.264 High Profile, H.264 Baseline Profile
Auflösung bis 1080p mit 60 fps in Video und Datenpräsentation
Bandbreite bis zu 6 Mbps (Punkt-zu-Punkt) und 18 Mbps (eigene Mehrpunktkonferenz)
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