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Testbericht Emblaze-VCON xPoint

PDF-Version (druckoptimiert)

Allgemein

(c) Emblaze-VCON xPoint

Zeitraum

Die Tests der Emblaze-VCON xPoint fanden im Zeitraum vom 10.-31.10.2007 im VCC statt. Unser Testsystem realisierte Videokonferenzen im LAN bis zu 4096 kbps.

SW-Version

Getestet wurde das System mit der Softwareversion 7500055-1.1.0.10

Geräteklasse

Das Kompaktsystem Emblaze-VCON xPoint ist ein HD-fähiges Gruppensystem mit einer Videoauflösung bis 720p (1280x720 Pixel) und einer Bildrate von 30 fps ab 256 kbps.

Lieferumfang

Zum Lieferumfang gehören die xPoint Box (Abmessungen: BxHxT in cm: 30x5x22,5), eine externe Kamera (Auflösung: 4CIF@704x576 Pixel), Fernbedienung mit externem Infrarotempfangsteil und diverse Anschlußkabel für Audio (Cinch), Video (DVI), Kamera Sony EVI-100p (p für PAL) und Strom. Optional kann ein Tabletop Pod zum Anschluß eines Notebooks für Datenpräsentationen und ein ISDN-Modul geordert werden.
Gut ist, dass das Kameraobjektiv durch eine Glasscheibe geschützt wird. Die Scheibe ist aber fest in das Gehäuse integriert, so dass der Endnutzer die Scheibe im Havariefall nicht selbst wechseln kann. Ein separater Plastikschutzdeckel wäre somit kostengünstiger (Kratzer ohne Einfluß auf optische Qualität der Kamera, leichter auszutauschen).

Bandbreiten

Das Videokonferenzsystem ermöglicht IP-basierte Videokonferenzen bis 4 Mbps. Darüber hinaus gibt es Gerätekonfigurationen, die ISDN-basierte Videokonferenzen bis 512 kbps ermöglichen.

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Installation

Ergänzend zum Lieferumfang wird für das Videokonferenzgerät mindestens noch ein Monitor benötigt, der das Bildsignal über VGA-, Cinch-Video-, S-Video- oder DVI-Anschluß verarbeiten kann.
Der Anschluß aller notwendigen Komponenten ist schnell realisiert. Die Anschlüsse sind übersichtlich angeordnet und meist mit ausreichend fingergerechtem Abstand. Insbesondere für Anwender ohne Erfahrung mit Videokonferenztechnik ist der erfreuliche Umstand zu erwähnen, dass Emblaze VCON auch eine gut gestaltete graphische Anschlußübersicht mitliefert.
Auf dem Testgerät war die Software bereits installiert. Es wurden keine Installationen von Upgrades bzw. Servicepacks vorgenommen.
Angeschlossen waren die Kamera Sony EVI-D100p, das VCON-Mikrofon Modell PHM 959 II unidirektional und ein iiyama-TFT-Monitor mit der Auflösung 1280x1024@5:4 .
Der Lüfter liefert zwar durchaus hörbares, aber gegenüber älteren VCON-Geräten nicht mehr so sehr störendes Rauschen.

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Test

Bedienung

Wenn die Stromversorgung des Gerätes eingeschaltet wird, bekommmt der Nutzer dreimal hintereinander eine Melodie vorgespielt. Dies überbrückt zwar ganz nett den Bootvorgang, aber bei wiederholtem Einschalten möchte man schon darauf verzichten. Nach dem ersten Startvorgang empfiehlt es sich, unter [Settings/ General/ Admin/ Language] German für die Benutzeroberfläche einzustellen.
Emblaze-VCON hat den xPoint-Geräten eine neue Fernbedienung angedeihen lassen. Der Bedienungskomfort hat sich gegenüber den früheren Fernbedienungen erheblich verbessert. Die Eingaben werden präzise erkannt, ohne dass man besonders genau zielen muss. Der über ein Kabel angeschlossene Infrarotempfänger kann recht freizügig positioniert werden. Wenn man die Fernbedienung in Richtung Empfänger hält, kann man das VC-Gerät von jedem beliebigen Umkreispunkt bedienen. Selbst wenn man die Fernbedienung parallel zum Fernbedienungskästchen hält, beginnt die Signalerkennung bei etwa 0,7 m vor und 1 m neben dem Empfänger!
Die zwei USB-Anschlüsse an der Rückseite sind sehr eng übereinander angeordnet. Als positiv ist deshalb zu bewerten, dass ein USB-Verlängerungskabel mitgeliefert wird. Somit können bequem zwei auch größere USB-Geräte angeschlossen werden, ohne sich selbst und womöglich den USB-Anschluß zu verbiegen.
Die Programmoberfläche wird ansonsten als übersichtlich und bezüglich der Bedienung als selbsterklärend eingeschätzt.

Audio/Video

Die Tests mit den im VCC verfügbaren Geräten verliefen mit guter bis sehr guter Audio- und Videoqualität. Allerdings kann das HD-Format 720p nur empfangen werden.
Aufgrund der aktuellen Übergangsphase vom Betriebssystem MS XP zu MS Vista sind vom PC-Videokonferenzsystem Polycom PVX zwei Versionen im Einsatz. Deshalb wurde xPoint mit mehreren (s.u.) PVX-Betriebssystem-Kombinationen getestet. Bemerkenswert sind die sehr unterschiedlichen Ergebnisse bei den ausgehandelten Videocodecs und Videoauflösungen in Verbindungen mit den PVX-Versionen 8.0.2@XP / 8.0.4@XP / 8.0.4@VISTA bei maximaler Rufbandbreite. Die unterschiedlichen Reaktionen werden offensichtlich auf der Seite des Polycom-Gerätes verursacht.

Vergleich der Videoqualitäten: PVX Versionen mit xPoint
PVX-Version   Codec  Auflösung 
8.0.2@XP  Senden  H.264 QVGA
  Empfangen   H.264 CIF
8.0.4@XP  Senden  H.264 QVGA
  Empfangen H.264 VGA
8.0.4@VISTA  Senden  H.263+ VGA
  Empfangen  H.264 VGA

H.264

Das Gerät Emblaze-VCON xPoint kann das Videoformat H.264 bis zu einer Bandbreite von 4 Mbps senden und empfangen. Das konnte bei den Tests erfolgreich überprüft werden, vorausgesetzt, die Gegenstelle hat diesen Codec implementiert und kann diese Bandbreite verarbeiten.
Problematisch ist wiederum das Verhalten des Systems Polycom PVX Version 8.0.4@MS VISTA. Diese PVX-Version konnte bei 1920 kbps Rufbandbreite nicht in H.264-Komprimierung senden, H.264-Empfang war aber möglich. Mit den PVX-Versionen 8.0.2@XP / 8.0.4@XP konnten dagegen gleichzeitig beim Senden und Empfang H.264-Verbindungen mit 1920 kbps aufgebaut werden.

H.239

Die Datenübertragung gemäß dem Standard H.239 wird bei Emblaze-VCON Dual Stream genannt. Es gibt die Möglichkeit, eine beliebige Datei anzuzeigen, die nach der Auswahl auf dem eigenen PC oder einem USB-Stick auf der Gegenseite gezeigt wird.
Eine Auswahlliste der Quellgeräte für die Datenpräsentation ist zwar im Menü vorbereitet (ausgegraute Einträge), die Möglichkeit zur Auswahl wird aber korrekterweise erst freigegeben, wenn das entsprechende externe Gerät angeschlossen ist.
Eine komfortable Arbeitsweise ergibt sich daraus, dass bei Emblaze-VCON xPoint schon viele Viewer für unterschiedlichste Dateitypen vorhanden sind (z.B. doc, pdf, ppt, jpg, gif) und im embedded Windows die entsprechenden Verknüpfungen geschaltet sind. Die Anzeige einer Datei erfolgt also einfach durch Positionieren im Dateiverzeichnis und Betätigen der ok-Taste. Die Dateiviewer existieren allerdings nicht als deutsche Versionen und ihre Bedienungsfunktionalität ist sehr eingeschränkt (Nicht einmal die angezeigten Menüfunktionen können genutzt werden.).

Nicht zufriedenstellend umgesetzt ist H.239 im Zusammenwirken von Polycom PVX 8.0.4@MS VISTA und Emblaze-VCON xPoint.
In XGA-Auflösung gesendete Inhalte kommen bei Emblaze-VCON xPoint in CIF-Auflösung an. Der Empfang bei xPoint wird darüberhinaus stark verzögert (kann länger als zwei Minuten dauern oder unterbleibt ganz). Es ist auch zu beobachten, dass die Bildauffrischung nicht funktioniert und aufeinanderfolgende Folien überlagert werden. In dieser Konstellation ist xPoint somit nicht nutzbar.
Bei der Zusammenarbeit der Geräte xPoint und Tandberg 990 MXP ist festzustellen, dass während aktiver Präsentationen bei xPoint die Menüs nicht erreichbar sind.
Für die Einschätzung der H.239-Übertragung wurde eine PowerPoint-Präsentation mit verschiedenen Testfolien genutzt.
Es zeigt sich sehr deutlich, dass das xPoint-System als Empfängerseite des Datenstroms Schriftgrößen ab 8 Pixel gut lesbar und Grafiken ausreichend scharf anzeigt .
Bei den Geräten, die als Gegenstelle fungierten, wurde die Qualität der Lesbarkeit von Text ab 8 Pixel ebenfalls nachgewiesen. Auch die Qualität dargestellter Grafiken wurde bei den genutzten Gegenstellen durchweg als scharf empfunden. Datenpräsentationen an Polycom PVX 8.0.2./8.0.4 sollten mindestens einen Schriftgrad von 10 Pixel aufweisen.

Wenn H.239 nur mit einem Bildschirm benutzt wird und das PIP-Bild beim Präsentierer eingeschaltet ist, wird das PIP-Bild im Datenstrom integriert gesendet,
jedoch nicht lokal angezeigt. Bei H.239-Übertragungen kann darüberhinaus kein Statusfenster eingeblendet werden.

Kamerafernsteuerung

Die Kamerafernsteuerung hat beim Vorhandensein der technischen Voraussetzungen an den Gegenstellen in beiden Richtungen immer funktioniert.

H.235 (AES)

Wenn die Option AES-auto eingeschaltet war, nahm Emblaze-VCON xPoint mit allen Gegenstellen AES-verschlüsselte Verbindungen auf. Jedoch ist reproduzierbar festzustellen, dass im Zusammenwirken mit dem Gerät Sony PCS-G70 die Bandbreite zusammenbricht, d.h. die verfügbare Bandbreite reduziert sich auf 50% gegenüber der unverschlüsselten Verbindung.

MCU

Beim Test mit der Codian MCU 4500 wurden sehr gute Audio- und Videoqualitäten erreicht. Beim Senden eines H.239 Datenstroms wurde das Bewegtbild sehr verzögert dargestellt.
Mit der RADVision viaIP 400 konnten sehr gute Audioqualitäten erreicht werden. Die Videoqualität konnte als mäßig eingeschätzt werden, wobei das Video etwas unscharf und bei zügigen Bewegungen verwischt dargestellt wurde. Dies ist auf die geringe CIF-Auflösung zurückzuführen.
Die von Emblaze-VCON beworbene interne MCU (s. Produktbeschreibung xPoint) war im Testgerät nicht vorhanden. Die Ausstattung mit einer internen MCU für bis zu sechs Teilnehmer wird es voraussichtlich ab ersten Quartal 2008 geben.

Gatekeeper

Die Zusammenarbeit mit den Gatekeepern GNU-GK 2.0.7 und CISCO MCM funktionierte ohne Probleme.

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Fazit

Das System Emblaze-VCON xPoint ist ein wirklich kompaktes VC-System, das als Arbeitsplatzsystem (1-5 Personen) mit PC- oder TV-Monitor für Video- und Audiokonferenzen mit H.239-Funktionalität empfohlen werden kann. In Verbindung mit einem Beamer kann das System aber auch für mittlere und größere Gruppen genutzt werden. Die Audio- und Videoqualität hinterlässt in der Regel einen guten bis sehr guten Eindruck. Dem Anspruch "HD-tauglich" zu sein, wird das Gerät nur in dem Sinne gerecht, dass es das Videoformat 720p empfangen kann.

Dokumentation

Hersteller: Emblaze-VCON
Distributor: MEYTEC GmbH Informationssysteme

Unterstützte Standards H.323, H.239
Audiokodierungen G.711, G.722, G.722.1, G.723.1, G.728, G.729, AMR(3G), ACC-LD
Videokomprimierung H.261, H.263, H.263+/++, H.264 (bis 4 Mbps)
Videoformate CIF, SIF, QCIF, QVGA, VGA, 4CIF, 4SIF,
HDTV 720p (1280x720; nur Empfang)

Vielen Dank an die Firmen MEYTEC GmbH Informationssysteme und Emblaze-VCON für die Unterstützung bei der Teststellung.

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